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09.10.2018

Physik-Nobelpreis für Femtosekundenlaser

Hochintensitätslaser auch in Ahaus im Einsatz

Während in Stockholm zwei Männer und eine Frau den diesjährigen Physik-Nobelpreis entgegennehmen, wird in Ahaus bereits seit Jahren mit einem Laser gearbeitet, der die ausgezeichnete Technologie einsetzt. Der Femtosekundenlaser, wie er im OP-Zentrum des Augen-Zentrum-Nordwest bereits seit fünf Jahren für Operationen des Grauen Star und auch Operationen gegen Fehlsichtigkeit (Sehen ohne Brille/Augenlasern) zum Einsatz kommt, wurde in diesem Jahr für seine Präzision und gewebeschonende Nutzung ausgezeichnet. Genauer gesagt zwei Entwickler dieses Hochintensitätslasers, Gerard Mourou und Donna Strickland, erhalten die begehrte Auszeichnung. Sie teilen sich den Preis mit einem weiteren Physiker, Arthur Ashkin, der maßgeblich an der Technologie einer optischen Pinzette forschte, mit der kleinste Objekte betrachtet und bewegt werden können.


Seit 1960 die ersten Laser zum Einsatz kamen, ist deren Weiterentwicklung als auch die Breite der Anwendungsbereiche stark vorangegangen und auch in der Medizin kommen Laser immer öfter zum Einsatz. In der Augenheilkunde beispielsweise gibt es zahlreiche Behandlungsmethoden, die mit Lasern durchgeführt werden. Die bekanntesten Laserbehandlungen sind das klassische Augenlasern gegen Fehlsichtigkeiten (refraktive Chirurgie) und Operationen des Grauen Star (Katarakt). Das Augen-Zentrum-Nordwest mit Hauptsitz in Ahaus hat über zwei Jahrzehnte Erfahrung mit Lasertechnologie. "Wir freuen uns sehr, dass durch diese Auszeichnung der Femtolaser zum Gesprächsthema wird. Bereits seit fünf Jahren sind wir von seiner Präzision und gewebeschonenden Vorgehensweise während Augenoperationen überzeugt." erklärt Dr. Olaf Cartsburg, Geschäftsführender Augenarzt im Augen-Zentrum-Nordwest. "Laser sind aus unserer täglichen Praxis nicht mehr wegzudenken. Dass nun zwei Physiker ausgezeichnet werden, und darunter auch eine Frau, die maßgeblich dazu beigetragen haben, Laserimpulse zu verstärken ohne umliegendes Material, in unserem Fall, menschliches Gewebe, zu zerstören, ist eine verdiente Würdigung ihrer Forschung."
Bei der Behebung von Fehlsichtigkeiten mittels modernster Lasertechnik gilt das Verfahren der Femto-LASIK als besonders schonend. Dank des Femtosekundenlaser, erfolgt der beim Augenlasern nötige Hornhautschnitt messerfrei. Der Heilungsprozess verläuft dadurch in der Regel rascher, schmerzfrei und der Patient erreicht schnell die volle Sehkraft.
Auch bei der Behandlung des Grauen Star (Katarakt) kann der Femtosekundenlaser eingesetzt werden. Computergesteuert und absolut präzise fügt er eine kleine Öffnung in die Linsenkapsel ein und zerkleinert die getrübte Linse. Das Linsenmaterial wird anschließend abgesaugt und durch eine Kunstlinse ersetzt. Dieses Therapieverfahren ist weitaus präziser und sicherer als die traditionelle Skalpell-Operation mit Ultraschall. Zudem ist eine Operation mit Femtosekundenlaser besonders schonend und bringt nur sehr wenig Energie in das empfindliche Gewebe ein. Die Operation erfolgt ambulant und der Patient kann nach wenigen Tagen wieder unverschleiert sehen.