Aktuelles

12.10.2018

Mit anderen Augen...

So lautet das Motto der diesjährigen Woche des Sehens. Das Augen-Zentrum-Nordwest hat diese Aktion zum Anlass genommen, die Viertklässler der Aabach Grundschule in Ahaus zu besuchen und gemäß dem Motto mit anderen Augen sehen lassen. Nachdem die Kinder etwas über den Aufbau und die Funktionsweise des Auges gelernt haben, absolvierten sie mit Simulationsbrillen einige Aufgaben.
Und immer wieder kamen Fragen auf. Es war spürbar, dass das Thema ‚Sehen’ sie auch vor dem Besuch schon interessiert hat. Warum weint man, wenn man Zwiebeln schneidet? Gibt es wirklich Menschen, die ihre Augen nach hinten drehen können? Mein Hamster ist auf einem Auge blind. Warum nur auf einem Auge? Woraus besteht Traumsand? Wie machen Blinde Hausaufgaben? Diese und viele, viele weitere Fragen beantworteten der Assistenzarzt Philip Al-Romhein und Christiane Bernshausen von der Selbhilfegruppe PRO RETINA ausführlich. Als Highlight des Besuchs durften die Kinder mit einer Spaltlampe selbst einen Blick auf den Vorderaugenabschnitt werfen.
Christiane Bernshausen erzählte den Schülern aus Ihrem Alltag als Sehbehinderte und erklärte den Kindern, wie sie es schafft, die Uhrzeit zu wissen oder einkaufen zu gehen. Anschließend hatten die Kinder in kleineren Gruppen die Aufgabe, mit verbundenen Augen aus Tastsäckchen sechs Gegenstände zu ertasten.
Die Doppelstunde war für alles Beteiligten ein aufschlussreicher Vormittag und kurz vor dem Ferienbeginn eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag.

Zur Woche des Sehens:
Gutes Sehen ist nicht selbstverständlich. Häufig fällt das erst auf, wenn die eigene Sehleistung nachlässt oder sogar Erblindung droht. Daher findet die Woche des Sehens 2018 bereits zum siebzehnten Mal statt.
Die sieben Trägerorganisationen - Christoffel-Blindenmission, Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband, Berufsverband der Augenärzte, Deutsches Komitee zur Verhütung von Blindheit, Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft, Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf sowie PRO RETINA Deutschland - machen durch eine Vielzahl von Aktionen bundesweit auf die Bedeutung guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie auf die Situation sehbehinderter und blinder Menschen in Deutschland und den sogenannten Entwicklungsländern aufmerksam. Jeder, der die Ziele der Kampagne unterstützt, kann sich beteiligen und eine Veranstaltung im Rahmen der Woche des Sehens organisieren.
Die Ziele der Woche des Sehens
Blindheit verhüten: Die Verhütung und Heilung von Augenerkrankungen und Blindheit in Deutschland und in Entwicklungsländern sollen mehr Beachtung finden.
Blindheit verstehen: Allen sehbehinderten und blinden Mitmenschen soll ein gleichberechtigter und barrierefreier Alltag ermöglicht werden.


Zu Proretina:
Menschen mit Erkrankung der Netzhaut, wie Retinitis Pigmentosa, Makuladegeneration, Usher-Syndrom und selteneren Formen der Netzhautdegeneration haben sich in der Selbsthilfeorganisation PRO RETINA Deutschland e. V. zusammengeschlossen. Es gibt über 60 Regionalgruppen, die sich über ganz Deutschland verteilen.
PRO RETINA bietet den Mitgliedern und Ratsuchenden telefonische und persönliche Beratung zu erkrankungsspezifischen Fragen, Hilfsmitteln und Sozialrecht an.