Glossar

Glossar

  • I
  • ICD

    Die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD) ist das wichtigste, weltweit anerkannte Diagnoseklassifikationssystem der Medizin. Es wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegeben. Die aktuelle, international gültige Ausgabe ist ICD-10, Version 2006. Die aktuelle, in Deutschland gültige Ausgabe, heißt ICD-10-GM, Version 2010. In Deutschland sind die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte und ärztlich geleiteten Einrichtungen laut § 295 Absatz 1 Satz 2 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (Abrechnung ärztlicher Leistungen) verpflichtet, Diagnosen nach ICD-10 GM zu verschlüsseln.

  • Idiopathie

    Der Begriff Idiopathie wird in Verbindung mit Krankheiten genutzt, die ohne eine fassbare Ursache entstehen. Der Begriff idiopathisch wird in der Medizin benutzt, um in der Benennung der Krankheit einen Hinweis darauf zu geben, dass die Erforschung der Ursache der Erkrankung bislang erfolglos war. Die Begriffsverwendung impliziert keine Wertung in Hinblick auf eine vermutete Ursache oder die Schwere der Erkrankung. Bei vielen Erkrankungen, bei denen die Ursache nicht genau geklärt ist, wird der Begriff auch nicht verwendet. Da heute die Ursachenforschung von Krankheiten kontinuierlich fortschreitet, wird der Begriff seltener verwendet.

  • Immunsuppression

    Immunsuppression ist die Gesamtheit der Maßnahmen, die zur Unterdrückung der Abwehrreaktionen des Empfängerorganismus gegen ein körperfremdes Spenderorgan (Spendergewebe) bei einer Transplantation eingesetzt werden. Hierzu gehören entsprechende wirksame Arzneimittel. Dazu gehören Kortikoide, ALS (Antilymphocytenserum), bestimmte immunsuppressive Antiobiotika (Cyclosporin A) sowie antimetabolische und cytostatische Substanzen (Zytostatika), und radiologische Maßnahmen (sog. Ganzkörper-Röntgenbestrahlung) zur Ausschaltung oder Schwächung der natürlichen Abwehrkräfte des Organismus. Begleitet wird eine Immunsuppression von erheblichen Nebenwirkungen. Durch die Unterdrückung der Abwehrkraft kann es leicht zu Infektionskrankheiten kommen. Die Blutbildung ist häufig gestört und das Risiko für die Entstehung bösartiger Tumore erhöht.
    Die körpereigene Immunabwehr muss jeden Tag unzählige Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien bekämpfen - eine lebenswichtige Schutzreaktion des Immunsystems. Allerdings betrachtet der Körper auch fremdeZellen eines transplantierten Organs als "fremd" und bekämpft sie. Diese Reaktion ist aber nicht erwünscht, weil der Körper das neue Organ sonst abstößt. 
    Zusätzlich zu diesen möglichen Nebenwirkungen erhöhen Immunsuppressiva das Risiko für Diabetes mellitus, erhöhte Blutfettwerte, eine verminderte Knochendichte und Schädigungen der Niere. Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, die Gabe von Medikamenten gegen auftretende Beschwerden und eine geänderte Kombination immunsuppressiver Präparate lassen sich erhöhte Risiken und Beschwerden jedoch meist deutlich vermindern.

  • Implantierbare Kontaktlinse (ICL)

    Eine geschliffene Linse zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten, die durch eine kleine Operation in das Auge eingesetzt wird, ist eine implantierbare Kontaktlinse (ICL). Die Kunstlinse wird operabel zwischen der Regenbogenhaut (Iris) und der körpereigenen Linse gesetzt. Wie eine Laserbehandlung der Hornhaut (z. B. LASIK) gehört der Eingriff zu den Operationen, die unter dem Begriff Refraktive Chirurgie (operative Korrektur von Fehlsichtigkeiten) zusammengefasst sind.
    Vor der Einpflanzung der Kontaktlinse in das Auge sind Untersuchungen erforderlich, die auch vor einer Operation des Grauen Stars (Katarakt) oder einer Laser-Operation der Hornhaut (z. B. LASIK) vorgenommen werden. Bevor der Eingriff durchgeführt wird, führt das Ärzteteam der Augenärzte Gemeinschaftspraxis Ahaus einen exakten Sehtest ohne und mit Korrekturgläsern durch. Bei der Augenbeobachtung werden der Vorderabschnitt des Auges und der Augenhintergrund beurteilt. Dafür ist eine Erweiterung der Pupillen mit Augentropfen notwendig. Außerdem erfolgt eine Augendruckmessung und eine genaue Vermessung der Strukturen des Auges (Biometrie) mit speziellen Geräten. Die benötigte Linsenstärke für die neue Kontaktlinse wird aus all diesen Werten ermittelt. 
    Vor der operativen Einpflanzung der Kontaktlinse im Auge (ICL) wird das Auge  meist mit örtlicher Betäubung durch Tropfen oder mit einer Betäubungsspritze neben das Auge betäubt. Es kann aber auch unter Vollnarkose operiert werden. Damit das Kammerwasser gut von der Hinterkammer in die Vorderkammer des Auges gelangen kann, wird nach einem kleinen Einschnitt der Hornhaut im Randbereich ein kleines Stückchen aus der Iris (Regenbogenhaut) entfernt (Iridotomie, Iridektomie). Mit einem speziellen Instrument wird dann die implantierbare Kontaktlinse (ICL) hinter die Regenbogenhaut und vor die natürliche Linse gesetzt. Die neue Linse befindet sich dann in der Hinterkammer des Auges (phake Hinterkammerlinse). Da die Hornhaut von alleine dicht abschließt, muss der Einschnitt nicht vernäht werden.
    Die Kosten der Operation werden in der Regel nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Denn die Korrektur der Fehlsichtigkeiten kann  normalerweise mit einer Brille oder einer normalen Kontaktlinse erfolgen. Dennoch kann eventuell in Ausnahmefällen mit medizinischer Begründung ein Zuschuss oder eine Kostenübernahme erfolgen, so dass sich der Patient bei der Krankenversicherung erkundigen sollte. Das Ärzteteam der Augenärzte Gemeinschaftspraxis Ahaus berät gerne zu diesem Thema.

  • Individuelle Gesundheitsleistungen

    Leistungen, die Ärzte in Deutschland ihren gesetzlich krankenversicherten Patienten gegen Selbstzahlung anbieten können, werden individuelle Gesundheitsleistungen, kurz IGeL, genannt. Sie reichen über das vom Gesetzgeber definierte Maß einer ausreichenden und notwendigen Patientenversorgung hinaus und sind daher von den gesetzlichen Krankenversicherungen nicht gedeckt.
    Diese, nicht von der GKV, abgedeckten Leistungen, erfasst die IGel-Liste. Sie wurde 1998 von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und den freien ärztlichen Berufsverbänden herausgegeben.

  • Indocyaningrün

    Indocyaningrün (ICG von engl. indocyanine green) ist ein fluoreszierender Farbstoff, der in der Medizin als Indikatorsubstanz für die Fluoreszenzangiographie bei Augenerkrankungen eingesetzt wird.

  • International Society of Refractive Surgery (ISRS)

    Die International Society of Refraktive Chirurgie (ISR), ein Partner der American Academy of Ophthalmology, ist eine Organisation, die sich weltweit als einen sinnvollen und ethischen Vertreter der refraktiven Chirurgie sieht. Sie setzt in der refraktiven Chirurgie auf Innovation, Bildung und Ethik und hat sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensqualität der Patienten durch Verbesserung ihrer Sehqualität zu erhöhen.
    Zu den Mitgliedern zählen weltweit führende refraktive Chirurgen aus über 80 Ländern der Welt, die mit Hilfe von Veranstaltungen, Publikationen und Online-Lehrmitteln verbunden sind.

  • Intraokularlinse (IOL)

    Eine Intraokularlinse (IOL) ist eine künstliche Linse im Auge, die nach Entfernung der natürlichen Linse (Aphakie) im Rahmen der Operation des Grauen Stars (Katarakt) implantiert wird. 1949 wurde die erste Intraokularlinse Harold Ridley implantiert.
    Nicht selten finden die Intraokularlinse (IOL) Anwendung bei der Operation des Grauen Stars (Katarakt). Bevor die Intraokularlinse implantiert wird, wird die natürliche und erkrankte Linse des Auges entfernt. Durch diese Operation kann das Sehvermögen fast vollständig wieder hergestellt werden. Intraokularlinsen finden allerdings auch Einsatz bei der Korrektur von Fehlsichtigkeiten, allerdings wird hier die natürliche Linse des Auges nicht herausgenommen und durch die künstliche Linse ersetzt, sondern diese wird zusätzlich implantiert. Dabei handelt es sich um sogenannte phake Intraokularlinsen. Diese Methode findet allerdings nur Anwendung, wenn tatsächlich eine hochgradige Fehlsichtigkeit vorliegt, die nicht mit einer Laseroperation korrigiert werden kann. 
    Bei der Entwicklung und Herstellung von Intraokularlinsen finden verschiedene Materialien Anwendung wie beispielsweise Acryl oder Silikon. Auch werden mehrere Arten an Intraokularlinsen unterschieden wie die Vorderkammerlinse und die Hinterkammerlinse. Verschiedene optische Eigenschaften stellen zusätzliche Kriterien in der Auswahl der richtigen Intraokularlinsen dar. Die für den jeweiligen Patienten richtige Linse wird vom Augenchirurg anhand der vorliegenden Diagnose ausgewählt.

  • Intrastromale corneale Ringsegment

    Intrastromale corneale Ringsegment (ICR) ist ein Halbring aus Kunststoff. Er wird in die Hornhautperipherie zum Zwecke ihrer Stabilisierung oder zur Korrektur von Berechnungsfehlern eingesetzt. Es sind hauchdünne, bogenförmige Kunststoffsegmente, die zusammen einen Innendurchmesser von 6,7 Millimeter haben. Die durchsichtigen Kunststoffsegmente bestehen aus Polymethylmetacrylat (PMMA). Seit rund 30 Jahren werden ICRs als Linsenersatz beim Grauen Star (Katarakt) implantiert wird. In Deutschland wird die Implantation dieser Ringsegmente seit 1996 durchgeführt und wurde 1999 auch von der FDA (Food and Drug Administration) zugelassen. Je nach Ringstärke kann eine Kurzsichtigkeit zwischen - 1 Dioptrien und - 3 Dioptrien korrigiert werden. Das Verfahren hat sich trotz des Vorteils der Reversibilität durchsetzen können.
    Die Intrastromale corneale Ringsegmente (ICR) werden auch bei einem Keratokonus (Hornhautdegeneration) angewendet. Sie werden in diesem Fall eingesetzt, um die geschädigte und verdünnte Hornhaut zu stabilisieren. Zwar wird durch die Implantation die Krankheitsursache nicht beseitigt, die Patienten können aber eine Brille tragen und damit eine bessere Sehschärfe erzielen.

  • IOL Master

    Der IOL-Master bedient sich modernster Lasertechnik und ist somit genauer,  hat vor allem im Ergebnis eine deutlich kleinere Fehlerquote und arbeitet damit einem wesentlich exakteren Messergebnis. Für bestimmte Untersuchungen muss das Auge genau vermessen werden. Dazu gehört u. a. die Anpassung von Kontaktlinsen oder auch die Berechnung der Stärke von Intraokularlinsen, die nach der Operation des Grauen Stars (Katarakt) in das Auge eingepflanzt werden. Augenlänge, Hornhautradien und Vorderkammertiefe sind wichtige Messwerte. 
    Im Gegensatz zur konventionellen Ultraschall-Biometrie wird bei diesem Diagnoseverfahren ohne eine oberflächliche Betäubung der Hornhaut gemessen. Das Verfahren ist hochpräzise und erfolgt berührungsfrei. Durch den Verzicht auf Betäubungsmitteln ermöglicht das Ergebnis eine optimale Kontaktlinsenanpassung bzw. eine möglichst genaue Berechnung einer Kunstlinse. Außerdem hilft der IOL-Master, die Stabilität oder die Veränderung der Größe des Auges durch mehrere Untersuchungen über einen längeren Zeitraum hinweg dokumentieren zu können. Das Gerät wertet die Messdatensofort nach der Untersuchung aus.
    Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Untersuchung mit dem IOL-Master nicht. Lediglich die konventionellen Untersuchungen mit der Spaltlampe bzw. mit dem Ultraschallgerät werden übernommen.

  • Iridektomie

    Die Iridektomie (auch "Ausschneiden der Iris" genannt), ist ein operativer Eingriff. Der Eingriff wird vor allem bei Erkrankungen wie dem Grauen und dem Grünen Star durchgeführt. Mit Hilfe eines Lasers wird am äußersten Rand der Regenbogenhaut eine kleine Öffnung erzeugt. Somit kann das Kammerwasser von der hinteren in die vordere Augenkammer abfließen und der Augeninnendruck gesenkt werden. Diese Behandlung ist schmerzfrei.

  • Iris

    Die Iris, auch Regebogenhaut genannt, ist die von Pigmenten gefärbte Blende des Auges. Sie liegt am Übergang von der Hornhaut zur weißen Augenhaut. Von der Iris wird der Lichteinfall in das Auge (Adaptation) reguliert. Damit trennt die Iris die vordere von der hinteren Augenkammer, wobei der Rand der Pupille (Margo pupillaris) der Linse aufliegt. Zusätzlich sondern die Gefäße der Iris das Kammerwasser ab. 
    Die Iris setzt mit ihrer Iriswurzel am Ziliarkörper an und lässt in ihrer Mitte eine Öffnung, die Pupille. Deren Weite wird unwillkürlich durch die Kontraktion von Muskeln geregelt: pupillennah führt der ringförmige Musculus sphincter pupillae ("Pupillenverenger") zu einer Verengung der Sehöffnung, während der fächerförmig an der Hinterseite der Iris verlaufende Musculus dilator pupillae ("Pupillenerweiterer") die Pupillenöffnung weitet. Beide sorgen für die unwillkürliche Anpassung an die unterschiedlichen Lichtverhältnisse und regulieren die Lichteinstrahlung ins Auge. Die Weitstellung der Pupille wird dabei als Mydriasis, die Engstellung als Miosis bezeichnet. 
    Die Iris ist aus zwei Schichten aufgebaut. Der vordere Teil ist die Stroma, der hintere Teil ist das Pigmentblatt (pars iridica retinae). Das im hinteren Bereich des Stromas enthaltene Pigment bewirkt, dass Streulicht gefiltert wird und damit die Optik verbessert wird. Bei einem hohen Pigmentanteil  ist die Iris braun verfärbt, ein niedrigerer Anteil lässt die Iris grün bis blau oder grau erscheinen. Beim Albinismus fehlt das Pigment völlig, so dass die Iris rötlich erscheint. Der fehlende Pigmentgehalt bei dieser Erkrankung sorgt für die Sehbehinderung von Albinos. Die Iris kann ihre Blendenfunktion nicht erfüllen, somit dringt Licht durch die Iris auf die Stäbchen, die für geringe Helligkeiten gebaut sind, und führt zur Blendung und damit zu einer gestörten Entwicklung der Sehfunktion im Säuglings- und Kleinkindesalter.
    Die Struktur der Iris ist bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt. Deshalb kann die Iriserkennung ähnlich dem Fingerabdruck zur Personenidentifikation genutzt werden. In der Augendiagnostik, der so genannten Iridologie, benutzt man Beobachtungen des Zustandes und der Veränderlichkeit des sichtbaren Augengewebes zur alternativmedizinischen Diagnose.