Glossar

Glossar

  • E
  • Einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM)

    Ambulante Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung werden nach dem Verzeichnis Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) abgerechnet. Der EBM 2008 trat zum 1. Januar 2008 in Kraft. Seit dem 1. Januar 2009 ist die neue morbiditätsbezogene Euro-Gebührenordnung der gültige EBM. Dieses bundesweit geltende Vergütungssystem der ambulanten Versorgung umfasst sämtliche medizinische Leistungen, die Ärzte und Psychotherapeuten zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnen dürfen. Der Wert der verschiedenen Leistungen wird im EBM über Punktzahlen ausgedrückt. 
    Der EBM bestimmt als Honorarordnung den Inhalt der abrechnungsfähigen Leistungen, dabei wird der Wert der verschiedenen Leistungen über Punktzahlen ausgedrückt. Soweit möglich sind die Leistungen mit Angaben für den zur Leistungserbringung erforderlichen Zeitaufwand des Vertragsarztes zu versehen. Der EBM wird von der Kassenärztliche Bundesvereinigung und dem GKV-Spitzenverband im Bewertungsausschuss der Ärzte auf Bundesebene vereinbart.

  • Elektrookuloprogramm (EOG)

    Bei dem Elektrookuloprogramm (EOG) handelt es sich um die Messung von elektrischen Strömen in der Pigmentschicht der Netzhaut.

  • Elektrophysiologie

    Die Elektrophysiologie ist ein Verfahren zur Untersuchung des Auges, speziell der Netzhaut und des Sehnervs. Elektrophysiologische Untersuchungsmethoden helfen bei schwierigen diagnostischen Fragestellungen. Bei den elektrophysiologischen Untersuchungen werden dem Patienten Kontakte an Stirn, Ohren, Hinterkopf, Schläfe, Auge oder Augenlid befestigt. Der Patient blickt während der Untersuchung auf einen Lichtreiz, einen Bildschirm mit einem Schachbrettmuster oder eine Blitzlampe. Die aufgezeichneten Reizantworten von Auge, Sehnerv und der Sehrinde des Gehirns werden ausgewertet.
    Mit Hilfe dieser Untersuchung können wichtige diagnostische Entscheidungen getroffen werden. Die Kosten werden in der Regel von der privaten Krankenversicherung und den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. 
    Zu der Diagnose der Augenkrankheit Retinitis Pigmentosa (Bezeichnung für eine Gruppe von erblichen Augenerkrankungen, die eine Zerstörung der Netzhaut (Retina) zur Folge haben) wird die Elektrophysiologische Untersuchungsmethode eingesetzt. Dieses Untersuchungsverfahren hilft dabei, unklare Befunde einzuordnen. So wird der Augenarzt bei Fällen von Nachtblindheit im Zusammenhang mit Gesichtsfeldausfällen die Elektroretinografie anordnen. Es kann mit recht hoher Trennschärfe unterschieden werden, ob eine Retinitis Pigmentosa vorliegt. 
    Die Qualitäts-Standards in der Elektrophysiologie des menschlichen Auges legt die ISCEV, die internationale Vereinigung der Elektrophysiologen, fest.

  • Emmetropie

    Emmetropie ist der augenärztliche Fachausdruck für Normalsichtigkeit. Mit der Emmetropie erfolgt die Bestimmung eines Idealzustandes des Auges, der für das theoretische Verständnis und die augenärztliche Korrektur der Fehlsichtigkeit (Ametropie) nützlich ist. Emmetropie liegt dann vor, wenn das Auge ohne Akkommodationsaufwand einen optisch unendlich weit entfernten Gegenstand scharf abbildet. Parallel ins Auge einfallende Lichtstrahlen schneiden sich dann genau im Punkt des schärfsten Sehens der Retina. Dieser Punkt heißt Fovea centralis oder auch "gelber Fleck".

  • Endokrine Orbitopathie (EO)

    Mit der Endokrine Orbitopathie (EO) wird eine entzündliche Erkrankung der Augenhöhle, die in den allermeisten Fällen zusammen mit einer Schildrüsenüberfunktion auftritt, beschrieben. Diese Erkrankung wird auch Morbus Basedow genannt. Es ist eine Autoimmunerkrankung, d. h. um eine körpereigene Entzündung, die nicht durch Erreger (Bakterien u. ä.) hervorgerufen wird. Diese Entzündung hat eine Volumenzunahme in der Augenhöhle und damit ein Hervortreten der Augen zur Folge. Eine Verdickung der Augenmuskeln kann zur Bewegungseinschränkung der Augen und zu Doppelbildern führen. Da eine endokrine Orbitopathie oft mit einer Störung der Schilddrüsenfunktion einhergeht, ist aus diesem Grund zur Behandlung der Erkrankung die Zusammenarbeit mit anderen Fachärzten bzw. mit dem Hausarzt erforderlich.

  • Endolaser

    Der Endolaser wird bei einer Netzhaut-Glaskörper-Operation verwendet.

  • Endophthalmitis

    Als Endophthalmitis bezeichnet man die Entzündung des Augeninneren infolge einer Infektion mit Mikroorganismen. Diese Entzündung wird durch Bakterien, Pilze, Parasiten oder Viren ausgelöst.
    Man unterscheidet zwei Infektionswege:

    • Exogene Endopththalmitis: Bei direkter Verletzung des Auges (Eindringen von Keimen), postoperativ (z. B. nach Katarakt (Grauer Star) Operation) oder Enopthalmitis per continuitatem (schwere Infektion der Hornhaut (Cornea) mit Ausbreitung ins Augeninnere)
    • Endogene Endopthamlitis: Bei hämatogener Verschleppung von Keimen von anderen Organen ins Auge (bei Sepsis), v. a. bei Patienten mit Immunschwäche (z. B. AIDS, Transplantationen, Zytostatika, etc.).


    Bei der Endophthalmitis kommt es zu starken, meist dumpfen Schmerzen im Auge und einer massiven Sehverschlechterung mit Photophobie. Zu den weiteren Symptomen zählen:

    • Schwellung der Augenlider (Lidödem)
    • konjunktivale Hyperämie
    • Chemosis
    • Hornhautschwellung
    • diffuse Trübung des Kammerwassers (Tyndall-Phänomen)
    • Eiter in der Augenvorderkammer (Hypopyon)
    • Leukokorie
    • Glaskörperinfiltration bzw. -trübung


    Im Gegensatz zur Panophthalmitis sind bei der Endophtalmitis nur die Innenräume des Auges, nicht aber die Augenhülle betroffen. Die Endophthalmitis hat eine ungünstige Prognose und kann zum Verlust desbetroffenen Auges führen.

  • Endothel

    Das Endothel bedeckt die Innenseite der Hornhaut (Cornea). Die Aufgabe des Endothels liegt darin, für den richtigen Wassergehalt der Hornhaut zu sorgen und deren Transparenz sicherzustellen. Das Kammerwasser läuft aus dem Augeninneren langsam in die mittlere Schicht, das so genannte Stroma. Die Zellen im Endothel sind aktiv am Stoffwechsel beteiligt und sind daher in der Lage Stoffwechselenergie zu produzieren. Mit dieser Energie pumpen sie die Flüssigkeit wieder aus dem Stroma heraus. Das Gleichgewicht zwischen dem einströmenden und dem durch das Endothel herausgepumpten Wasser besteht in einem gesunden Auge.
    In dieser Zellschicht darf keine Lücke entstehen, um die volle Funktion des Endothel sicherzustellen. Sollten Zellen verloren gehen, müssen die übrigen Zellen sich vergrößern, um die Lücke zu schließen. Damit die Hornhaut ihre klare, durchsichtige Struktur behält, ist ein ungestörter Stoffwechsel erforderlich. Das bedeutet, dass der Luftsauerstoff, die Tränen und das Kammerwasser sie regelmäßig mit Nährstoffen versorgt. Bei diesem Stoffwechselvorgang spielt das Endothel eine wichtige Rolle, indem es beispielsweise den Austausch von Stoffwechselprodukten zwischen dem Stroma (Hauptsubstanz der Hornhaut) und dem Kammerwasser reguliert.
    Die gesamte Funktion der Hornhaut können geschädigt und eingetrübt werden, wenn es Veränderungen am Endothel gibt. Die Zellstruktur sollte daher nach Verletzungen am Auge, operativen Eingriffen, Umgang mit Schadstoffen, aber auch bei Kontaktlinsenträgern regelmäßig kontrolliert werden. Ein besonderes Endothel-Mikroskop ermöglicht die Zählung der Hornhautzellen und die computergestützte Auswertung.

  • Endothelzellmikroskopie

    Bei dem Endothelzellmikroskop handelt es sich um ein hochpräzises, computergestütztes Mikroskop. Es wird zur  Analyse der Innenfläche der Hornhaut eingesetzt. Mit Hilfe der Endothelzellmikroskopie werden die einzelnen Zellen desEndothels dargestellt. Das ermöglicht, die Zelldichte zu bestimmen und Rückschlüsse auf die Vitalität der Hornhaut zu ziehen. Die Zellen des Endothels, der innersten Schicht der Hornhaut, garantieren die Klarheit der Hornhaut und sind damit für die Sehfähigkeit zuständig. Ebenfalls ist die Endothelzellschicht für die Versorgung der Hornhaut mit Nährstoffen wichtig, da sie den Transport von Nährstoffen zur Hornhaut übernehmen.
    Die Messung der Endothelzellen wird in einer kalkulierten Zellzahl pro Quadratmillimeter ausgewertet. Die Untersuchung erfolgt heutzutage ohne direkten Kontakt mit dem Auge und dauert nur wenige Minuten. Bei erworbenen oder vererbten Hornhauterkrankungen (z. B. Dystrophie) oder vor und nach Implantation einer Vorderkammer-Linse gibt diese Untersuchung entscheidende Informationen über den Gesundheitszustand der Hornhaut.