Von A bis Z

Glossar

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  • B
  • Belegärztliche Augenabteilung

    Eine Belegärztliche Augenabteilung ist eine Abteilung, die von niedergelassenen Augenärzten betreut wird. Eine dieser Abteilungen hat die Augenärzte Gemeinschaftspraxis Ahaus im St. Marien-Krankenhaus Ahaus. Es ist ein Allgemeinkrankenhaus in kirchlicher Trägerschaft. Dort stehen der Augenärzte Gemeinschaftspraxis Ahaus 17 Betten auf der Station 5a mit ausgezeichnet geschultem Pflegepersonal zur Verfügung. Ioannis Fotiadis, einer der Assistenzärzte der Augenärzte Gemeinschaftspraxis Ahaus, ist dort als Stationsarzt tätig.

  • Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA)

    Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) setzt sich als berufspolitische Interessensvertretung der deutschen Augenärzte für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Augenärzte ein. Dazu gehört auch eine leistungsgerechte Honorierung. Der BVA verteidigt die augenärztliche Tätigkeit gegen Eingriffe von außen. Und fördert die Qualität der Augenheilkunde als Veranstalter von augenärztlichen Fortbildungskongressen und durch umfassende medizinische und standespolitische Informationsbereitstellung für seine Mitglieder und für Dritte (z. B. Patienten, Ärzteorganisationen, Politik). Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. unterstützt seine Mitglieder in Fragen augenärztlicher Tätigkeit bei Diagnostik und Therapie und durch umfassende Beratung in Angelegenheiten rund um die augenärztliche Berufsausübung.

  • Bildgebendes Verfahren

    Verschiedene apparative Untersuchungsmethoden, die (zwei- oder dreidimensionale) Bilddaten von Organen und Strukturen des menschlichen Körpers liefern und vor allem zur Diagnose krankheitsbedingter Veränderungen eingesetzt werden, werden unter dem Begriff "Bildgebendes Verfahren" (auch Bildgebende Diagnostik oder kurz Bildgebung) in der Medizin und speziell der medizinischen Diagnostik zusammen gefasst. Es gibt verschiedene bildgebende Verfahren, die sich nach ihrer Bilderzeugung mittels: 

    • Röntgenstrahlung (z. B. Röntgenaufnahmen, Computertomographie)
    • Radionukliden (z. B. Szintigraphie, Positronen-Emissions-Tomographie, Single-Photon-Emissionscomputertomographie)
    • Ultraschall (z. B. Sonographie)
    • Kernspinresonanz (z. B. Magnetresonanztomographie)
    • Infrarotstrahlung (z. B. diagnostische Thermographie)


    unterscheiden oder nach der Art der erzeugten Bilddaten (Schnittbilder, Projektionsbilder, Oberflächenabbildungen). Darüber hinaus wird unterschieden zwischen anatomischer und funktioneller Bildgebung. Die Auswahl der Methode erfolgt in der Regel durch den Arzt und beruht auf den Anforderungen, die der Diagnostik gestellt werden. So werden beispielsweise Knochen in Röntgenaufnahmen gut dargestellt, die Szintigraphie kann unter anderem die Aktivitätsverteilung in der Schilddrüse darstellen.

  • Bindehaut

    Die Bindehaut, auch Conjunctiva genannt, ist eine Schleimhaut in der Augenhöhle (Orbita) im vorderen Augenabschnitt. Sie ist von Blutgefäßen durchzogen und enthält Drüsen, die einen Teil der Tränenflüssigkeit produzieren. Wie ein Wischtuch verteilt dieser Schleimhautüberzug beim Lidschlag die Tränenflüssigkeit über der Hornhaut (Cornea), ohne diese zu verletzen. Feuchtigkeit ist wichtig, damit die Augenlider immer leicht über die Hornhaut gleiten können. Die Flüssigkeit spühlt auch Fremdkörper aus dem Auge, beispielsweise Wimpern oder Staubkörnchen. Die Tränenflüssigkeit ist auch wichtig, um Krankheitserreger abzuwehren. Ist die Sekretion gestört, kann das zu einem trockenen Auge führen.
    Die Bindehaut ist mit der Lidplatte (Tarsus) des inneren Augenlids fest verbunden. Sie beginnt an der Lidkante und überzieht als 
    konjunktivale Schicht (Tunica conjunctiva palpebrarum) die hintere, dem Augapfel zugewandte Fläche der Augenlider. In der Tiefe der Augenhöhle schlägt die Bindehaut wieder nach vorn um und verbindet sich mit der äußeren Umhüllung des Augapfels (Sklera). Die Bindehaut überzieht den vorderen Teil der Sklera bis zum Beginn der Hornhaut, dieser Abschnitt wird als Tunica conjunctiva bulbi bezeichnet. Von dort aus zieht sie als Conjunctiva tarsi am inneren Augenlid entlang bis zur Übergangsfalte, von wo sie sich dann als Conjunctiva bulbi in "umgekehrter Richtung" entlang des Augapfels bis hin zur Hornhaut erstreckt.
    Durch verschiedene Krankheitserreger, wie zum Beispiel Bakterien, kann sich die Bindehaut im Auge entzünden, so dass es zu einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) kommt. Bemerkbar macht sich das durch den gelblichen Schleim, der aus dem Auge austritt. Je nach Art der Erreger hat man auch das Gefühl, man hätte einen Fremdkörper im Auge, da es bei jedem Blinzeln zu einem "kratzenden" Gefühl am Auge kommt. Zusätzlich ist das betroffene Auge meist auch gerötet. Die Bindehaut kann sich jedoch nicht nur aufgrund von Viren oder Bakterien entzünden, auch mangelnde Hygiene kann zu einer Verunreinigung und dadurch zu einer Bindehautentzündung führen. Augentropfen schaffen Abhilfe.

  • Binokularsehen

    Binokularsehen, (binokular = beidäugig), bezeichnet die Fähigkeit mit beiden Augen gleichzeitig auf dieselbe Stelle zu schauen und die zwei von den beiden Augen gelieferten Bildern zu einem räumlichen Gesamtbild zusammenzufügen. Dafür muss das Bild eines betrachteten Punktes in beiden Augen auf der Netzhautmitte abgebildet werden. 
    Es werden drei Formen von Binokularfunktionen unterschieden.
    Simultansehen
    Wenn gleichzeitig die Seheindrücke beider Augen wahrgenommen werden, spricht man vom Simultansehen. Eine Qualität des Simultansehens lässt sich  dadurch ausdrücken, wie stabil oder häufig die Seheindrücke gleichzeitig wahrgenommen werden. Bei angeborenen Schielerkrankungen zum Beispiel wird in der Regel der Seheindruck des schielenden Auges unterdrückt. Man spricht hierbei auch von der Suppression oder Exklusion der Seheindrücke. Damit soll die Wahrnehmung störender Doppelbilder vermieden werden. In dieser Situation besteht demnach kein Simultansehen.
    Fusion
    Wenn die beiden getrennt wahrgenommenen Bilder des rechten und linken Auges zu einem einzigen verschmelzen, spricht man von der Fusion. Unterschieden wird zwischen sensorischer Fusion als zentraler Bildverschmelzung und motorischer Fusion, die über die äußeren Augenmuskeln erfolgt. Unterschieldliche Belastungen wird die Fusionsfähigkeit ausgesetzt, beispielsweise schlechter Sehschärfe, latentem Schielen, ungünstigen Lichtverhältnissen oder einem schlechten Allgemeinzustand. Die Grenzen dieser Belastbarkeit, die in den verschiedenen Blickrichtungen unterschiedlich ausgeprägt sind, kann man mit bestimmten Verfahren messen und so Rückschlüsse ziehen, die bei der Beurteilung von Schielerkrankungen oder sensorischer Störungen eine Rolle spielen können.
    Stereopsis
    Insbesondere im englischen Sprachraum wird das gänzliche Fehlen von räumlichem Sehen als "Stereoblindness" bezeichnet, ein Begriff, der in seiner Übersetzung "Stereoblindheit" in der deutschsprachigen Fachterminologie keine Verwendung findet. Die Qualität des räumlichen Sehens wird in Bogensekunden ausgedrückt. Der Wert eines Normalsichtigen liegt bei etwa 20 Bogensekunden. Voraussetzung für die Wahrnehmung eines räumlichen Seheindrucks ist eine intakte Fusion. Werden die Bilder beider Augen nicht fusioniert, ist auch kein räumliches Sehen möglich.

  • Biometriegerät

    Biometriegerät ist eine Ultraschallgerät, mit dem die Augäpfellängen vermessen werden.

  • Bioptics

    Bei Bioptics handelt es sich um eine Operationsmethode bei der  Brechnungsfehler korrigiert werden. Es wird eine Kunstlinse implantiert und es erfolgt eine Laserbehandlung der Hornhaut. Das Bioptics-Verfahren ist besonders für junge Menschen geeignet, die unter einer starken Fehlsichtigkeit und Hornhautverkrümmung leiden. Hier kann durch die Kombination von Vorderkammerlinse und LASIK ein perfektes optisches Ergebnis erzielt werden.
    Die Behandlung erfolgt in drei Schritten in einem Zeitraum von drei bis vier Wochen:
    Femtosekundenlaser-Behandlung
    Mit Hilfe eines Femtosekundenlasers wird aus der obersten Hornhautschicht ein Flap erzeugt. Das Ganze geschieht bevor die Intraokularlinse eingesetzt. Dieser Hornhautdeckel ist zwar erst für die zweite Behandlung notwendig, wird aber schon vorbereitet. Dabei werden kleinste Luftblasen in das Gewebe projiziert, die so entstandene natürliche Kontaktlinse (Flap) wird aber nicht geöffnet - lediglich vorbereitet.
    Einsetzen der Intraokularlinse
    Praktisch unmittelbar nach der Behandlung mit dem Femtosekundenlaser kann die Intraokularlinse in das Auge eingesetzt werden. Hierbei handelt es sich entweder um eine zusätzliche Linse (Vorder- oder Hinterkammerlinse) oder um den Austausch der eigenen Linse. Das zweite Operationsverfahren ist identisch mit einer Grauer-Star-Operation, die aufgrund von Linsentrübungen durchgeführt wird.
    Augenlaser-Behandlung
    Nach etwa vier Wochen erfolgt die zweite Behandlung mit dem Excimer-Laser. Der bei der Femtosekundenlaser-Behandlung erzeugte Flap wird nun geöffnet. Die tieferen Hornhautschichten werden nun nachmodelliert, so dass die Zielrefraktion erreicht wird.
    Bei einer bestehenden Kurzsichtigkeit muss die Hornhaut abgeflacht werden, bei einer Weitsichtigkeit wird sie angesteilt. Besteht bei dem Patienten eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus), so wird diese ebenfalls durch den Laser korrigiert. Der Flap wird danach wieder zurück geklappt. Er saugt sich selbst fest, wird von der umliegenden Hornhaut (Cornea) versiegelt und erreicht nach wenigen Tagen volle Stabilität.

  • Blepharospasmus

    Als Blepharospasmus wird ein Krankheitsbild bezeichnet, welches durch unwillkürliche Verkrampfungen der Ringmuskel um die Augen gekennzeichnet ist. Blepharospasmus tritt vorwiegend ab dem mittleren Lebensalter und überwiegend bei Frauen auf. Diese Verkrampfungen können zu einer mimischen Entstellung und zu einer Sehbehinderung durch lang andauernde Kontraktionen führen. Meist beginnt diese Störung einseitig oder einseitig betont. Anfänglich tritt ein häufigerer Lidschlag und ein Fremdkörpergefühl in den Augen auf, welche sich bei emotionaler Belastung, Stress, grellem Sonnenlicht, beim Lesen und Gehen deutlich verschlimmern. Bei wenigen Patienten bessert sich die Symptomatik beim Sprechen oder Gehen.
    Als Variante des Blepharospasmus muss die sogenannte Lidöffnungsapraxie oder der Lidöffnungsinhibitionstyp angesehen werden. Die Patienten beklagen, dass die Augen nicht geöffnet werden können oder zufallen. Meist ist die Stirn in Falten gelegt und die Augenbrauen sind hochgezogen um eine Lidöffnung zu ermöglichen. Sind zusätzliche Muskeln im Gesichts- oder Kieferbereich betroffen spricht man vom Meige- oder Brueghel-Syndrom.
    Klinisch unterschieden wird der tonische Blepharospasmus (persistierender kräftiger Lidschluss der teilweise auch passiv nicht überwunden werden kann), der klonische Blepharospasmus (repetitiver, kloniformer kräftiger Lidschluss, der mehrere Sekunden anhalten kann) und der palpebralen bzw. prätarsalen Blepharospasmus (s. o. unter Lidöffnungsapraxie, hierbei sind die muskulären Anteile des M. orbicularis oculi auf den Lidern betroffen).

  • Blindengutachten

    Blindengutachten ist eine gutachterliche Stellungnahme über das Vorliegen einer Erblindung.

  • Botulinus

    Botulinus ist ein Nervengift, welches zur Behandlung bestimmter Liderkrankungen eingesetzt wird. Die muskelentspannende Wirkung des Bakteriengifts wird schon lange in winzigsten Dosen zur Behandlung von Bewegungsstörungen (Dystonie) eingesetzt. Dystonie ist eine Erkrankung der Basalganglien des Gehirns, die durch Fehlsignale zu Spasmen (Verkrampfungen) der Muskulatur und bei den Erkrankten zu unkontrollierbaren Verrenkungen führt. Auch weitere Spasmen und das Schielen werden damit  behandelt. In neuerer Zeit wird das auch Botox® genannte Gift als "Faltenkiller" im Gesicht eingesetzt.

  • Brechkraft

    Brechkraft ist die Stärke, mit der Lichtstrahlen beim Eintritt in das Auge gebündelt werden. Die Brechkraft einer Linse wird in Dioptrien angegeben, sie ist der Kehrwert der Brennweite. 
    Sehfehler werden in positiven oder negativen Abweichungen angegeben. Die Brechkraft der Hornhaut beträgt normalerweise etwa 43 Dioptrien (dpt), die Brechkraft der Linse ungefähr 19 Dioptrien. Das normalsichtige Auge hat insgesamt eine Dioptrienzahl von 65. Abweichungen von der normalen Brechkraft werden bei Weitsichtigkeit mit positiven Dioptrienwerten angegeben, weil die Brennweite des Auges hinter dem Punkt des schärfsten Sehens zusammentrifft. Bei der Kurzsichtigkeit treffen die gebündelten Lichtstrahlen vor der Sehgrube (Fovea centralis) zusammen und sind deshalb zu kurz. Deshalb werden die Dioptrienwerte mit einem Minuszeichen versehen