Glossar

Glossar

  • A
  • Aberrometer

    Bei dem Aberrometer handelt es sich um ein Diagnosegerät, mit dem die Gesamtbrechkraftfehler des Auges bestimmt werden kann. An über 250 verschiedenen Punkten wird das Auge vermessen, es entsteht ein sogenannter "genetischer Fingerabdruck der Fehlsichtigkeit des Auges" mit dessen Datenbasis eine personalisierte Korrektur mit der LASIK-Behandlung durchgeführt werden kann. Es wird eine Landkarte entwickelt, die genau anzeigt, an welchem Hornhautbereich gezielt gelasert werden muss, um die optischen Eigenschaften des Auges zu verbessern. 
    Ein in das Auge gesendeter Lichtstrahl wird exakt auf die Netzhaut gebündelt. Reflektierend von diesem Punkt breitet sich eine Wellenfrontim Auge durch Linse und Hornhaut aus. Alle Laufzeitfehler des Lichtes werden berechnet und dann in eine Wellenkarte eingetragen. Diese austretenden Lichtwellen analysiert das Aberrometer indem ein Linsensystem (Linsenarray) die Lichtwellen auf eine CCD-Kamera projiziert und anschließend mit Hilfe eines Computers auswertet - es entsteht eine Landkarte, mit deren Hilfe das Ärzteteam der Augenärzte Gemeinschaftspraxis Ahaus behandeln kann.  
    Bildet das Auge perfekt ab, d. h. ohne jegliche Fehlsichtigkeit, reflektiert das Licht als gerade Wellenfront. Bei einer Fehlsichtigkeit dagegen reflektiert das Licht als unregelmäßige Wellenfront.

  • Abrollstrecke

    Die Abrollstrecke wird definiert durch den Ansatzpunkt des Muskels am Auge und dem sogenannten Tangentialpunkt, an dem die Muskelberührung des Augapfels endet. Die anatomischen Verhältnisse der Augenhöhlen und der Verlauf der Augenmuskeln bewirken, dass sie sich über eine bestimmte Strecke hinweg an den Augapfel (Bulbus oculi) anschmiegen. 
    Tangentialpunkt und Drehpunkt des Auges bilden den Hebelarm, über den die angreifenden Kräfte wirksam werden. Beim Blick geradaus(Primärposition) sind die Abrollstrecken der einzelnen Muskeln unterschiedlich lang, diese verändern sich bei der Änderung der Blickrichtung.

  • Adaption

    Passt sich das Auge verschiedenen Lichtverhältnissen durch Änderung der Pupillenweite und der Netzhautempfindlichkeit an, nennt sich das Adaptation. Somit hat das Auge die Fähigkeit, sich an unterschiedliche Helligkeiten (Leuchtdichten) anzupassen. Zuständig dafür sind Sinnesrezeptoren auf der Netzhaut und die Pupille, deren Öffnung sich je nach Helligkeit verkleinert oder weitet. 
    Auch bei unterschiedlichen Beleuchtungsstärken muss das Auge Bilder erzeugen. Bei hohen Lichtstärken genügt eine geringe Empfindlichkeit, bei geringen Lichtstärken sollte das Auge sensibler für das wenige Licht sein. Diese Fähigkeit nennt sich Dunkeladaptation. Der Effekt tritt beispielsweise auf, wenn man vom hellen Tageslicht in einen abgedunkelten Raum geht. 
    Wesentlich schneller erfolgt die Helladaptation, also der schnelle Übergang von der Dunkelheit ins Tageslicht - rund eine Minute dauert dieser Prozess. Dabei werden die Rezeptoren stark gereizt und geblendet.

  • Aderhaut

    Die Aderhaut, auch Choroidea, ist der größte Abschnitt der mittleren Augenhaut. Sie besteht vorwiegend aus Gefäßen und stellt damit das am stärksten durchblutete Gewebe des Körpers dar. Die Aderhaut sorgt für die Ernährung der äußeren Netzhaut. Durch ihre Pigmentierung verhindert sie störendes Streulicht. Sie bildet die Mittelschicht zwischen weißer Augenhaut und Netzhaut in der hinteren Hälfte des Augapfels.
    Die Aderhaut besteht aus verschiedenen Schichten:

    • Lamina suprachor(i)oidea
      äußerste Schicht, besteht aus elastischem Bindegewebe und pigmentierten Bindegewebszellen
    • Lamina vasculosa
      zur äußeren Gefäßschicht gelegen, enthält die größeren Arterien und Venen, sind im Bindegewebe eingebettet, das ebenfalls stark pigmentiert ist
    • Lamina chor(i)oidocapillaris (Choriocapillaris)
      zur Netzhaut hin gelegene Gefäßschicht, besteht aus einem feinen Kapillarnetz, das die Ernährung der äußeren Schichten der Netzhaut sicherstellt
    • Lamina basalis
      liegt direkt der Pigmentschicht der Retina an und stellt die Verbindung zu dieser her
  • Akkommodation

    Die Augenlinse hat die Fähigkeit, ihre Brechkraft an unterschiedliche Objektentfernungen anzupassen. Die Scharfeinstellung wechselt zwischen Weit und Fern. Das wird als Akkommodation bezeichnet. Die Gesamtbrechkraft des Auges von rund 59 Dioptrien kann sich dabei um rund 12 Dioptrien auf 71 Dioptrien verändern.
    Um unterschiedlich entfernte Gegenstände scharf abzubilden, verändert das Auge seine Brechkraft, indem es die Wölbung der elastischen Linse verändert. Die Linse ist mittels Ziliarfäden am ringförmigen Ziliarmuskel befestigt. Dieser Muskel gehört zu den unwillkürlichen Augenmuskeln, d. h. zu jenen Muskeln, die man nicht willentlich benutzen kann.
    Im Zustand der Fernakkommodation ist der Ziliarmuskel entspannt, die elastische Linse wird in einer flachen elliptischen Form gehalten. Der Brechwert ist in diesem Zustand relativ gering, so dass weit entfernte Objekte auf der Netzhaut scharf abgebildet werden können. Im Zustand der Nahakkommodation nimmt die Linse eine stärker gekrümmte Form an, der Ziliarmuskel zieht sich zusammen, die Ziliarfäden sind gelockert - der Brechwert der Linse ist relativ groß, nahe gelegene Objekte werden scharf auf der Netzhaut abgebildet.
    Die Sehtätigkeit am Bildschirm ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass es zu lang andauernden, intensiven “Nahblickphasen” kommt. Dabei müssen die Augen eine ständige Scharfeinstellung im Nahbereich leisten. Je näher der Bildschirm am Betrachter aufgestellt ist, umso größer die Anstrengung: Es kostet mehr Kraft, den Muskel anzuspannen und damit die Linse zur Scharfeinstellung zu wölben. Und das führt zu Verspannungen des Ziliarmuskels - er wird zu lange angespannt und kann sich nicht mehr so schnell entspannen, wie beim natürlichen Sehen.
    Eine derartige Überbelastung kann auch zu einer vorübergehenden Kurzsichtigkeit führen, die je nach Alter und Allgemeinzustand der Person bis zu einer Stunde andauern kann. Im Alter vermindert sich die Elastizität der Linse, dem Ziliarmuskel fällt es schwerer oder er ist nicht mehr in der Lage, die Linse zu wölben. Als besonders anstrengend wird diese Überforderung im Nahbereich von Altersweitsichtigen empfunden.

  • Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)

    Wenn das Lesen und das Autofahren ohne Sehhilfe nicht mehr möglich ist, liegt vermutlich die altersabhängige Makuladegeneration (AMD), eine Sehstörung, bei der zunehmend das zentrale, also das scharfe Sehen beeinträchtig ist, vor. Sie führt im Endstadium nicht zur Erblindung, auch die Orientierung im Raum bleibt erhalten.
    Es werden zwei Formen altersabhängiger Makuladegeneration unterschieden:

    • die häufigere trockene und langsam fortschreitende Makuladegeneration, sie betrifft etwa 85 Prozent der Fälle, es kommt zu einer landkartenähnlichen (geographischen) Atrophie des Pigmentepithels der Retina. 
    • die feuchte, dramatisch verlaufende Form, sie betrifft etwa 15 Prozent der Fälle, gekennzeichnet durch die Gefäßneubildungen der Aderhaut, Pigmentepithelabhebungen oder eine spezifische Narbenbildung im Bereich der Makula


    Mit steigendem Lebensalter nimmt die Häufigkeit der Makuladegeneration zu. Frühformen der AMD findet man bei 35 Prozent der über 75-Jährigen, das Endstadium bei fünf Prozent derselben Altersgruppe. Die Ursache der altersabhängigen Makuladegeneration ist noch nicht eindeutig geklärt.
    Vermutlich wird die unter der Makula, also der Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut, gelegene Pigmentschicht im Laufe des Lebens durch Stoffwechselprodukte geschädigt. Es wird vermutet das individuelle Faktoren und genetisch bedingte Anlage dabei eine Rolle spielen. Es gibt Hinweise, dass Arteriosklerose, Bluthochdruck, Rauchen, Lichtexposition (UV) und geringe Serumkonzentrationen von Betakarotinoiden ein erhöhtes Risiko von AMD nach sich ziehen. Bei Menschen mit dunkler Hautfarbe tritt das Endstadium der AMD wesentlich seltener auf. 
    Es gibt noch keine Therapie, welche die Krankheit vollständig heilen kann, aber es gibt mittlerweile verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, welche das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen oder sogar aufhalten können. Auf die Auswahl der Therapie ist die Form der Makuladegeneration entscheidend.
    Lasertherapie
    Bei der feuchten Form werden gezielt mit einem Laser die gebildeten Gefäße verbrannt. Nur sechs Prozent aller Erkrankten sind aber aufgrund der Lage der Gefäßneubildungen für diese Therapie geeignet. Bei der Hälfte der Behandelten bilden sich innerhalb eines Jahrs neue Gefäße, die oft keiner weiteren Laserkoagulation zugänglich sind, weil sie direkt unter der Fovea, dem gelben Fleck im Bereich der Stelle des schärfsten Sehens, liegen. Durch die herkömmliche Laserbehandlung wäre dann die Sehschärfe auf maximal zehn Prozent begrenzt.
    Photodynamische Therapie (PDT)
    Die photodynamische Therapie (PDT) ist eine alternative Laserbehandlung, die auch die Behandlung von Gefäßneubildungen unterhalb der Fovea erlaubt. Bei der PDT wird ein spezieller Farbstoff in die Armvene gespritzt, der sich fast ausschließlich in der inneren Schicht der neu gebildeten Gefäße anreichert und daher durch die anschließend erfolgende Laserbehandlung mit einem speziellen Laser nur diese Gefäße verschlossen werden und umliegendes Netzhautgewebe geschont werden kann. Allerdings gilt auch für diese Behandlung, dass sie nur für eine Minderheit der Betroffenen mit Makuladegeneration sinnvoll ist.
    Medikamentöse Therapie
    Bei der Suche nach der Ursache für die Gefäßneubildungen unter der Netzhaut fanden Wissenschaftler als einen entscheidenden Faktor den Botenstoff VEGF (vascular endothelial growth factor). Wirkstoffe wie Ranibizumab und Pegaptanib sowie Bevacizumab, welches eigentlich zur Behandlung von Darm- und Brustkrebs eingesetzt wird, können diesen Botenstoff hemmen. Sie werden mit einer feinen Nadel in den Glaskörper des Auges gespritzt, die Injektionen müssen aber regelmäßig wiederholt werden, da die Wirkung nur eine bestimmte Zeit anhält.

  • Amblyopie - Schwachsichtigkeit
    Wenn die Sehschärfe eines Auges dauerhaft herabgesetzt ist, ohne dass entsprechende Schäden am Auge sichtbar sind, wird das als Amblyopie, auch Schwachsichtigkeit, bezeichnet. Dabei ist oft die Ursache, dass das Auge aufgrund von anderen Augenerkrankungen das Sehen nicht "erlernt" hat oder dass die Sehinformationen eines Auges vom Gehirn ausgeschaltet werden, beispielsweise beim Schielen. Erfolgreiche Behandlung der Amblyopie kann nur in der Kindheit erfolgen - daher sind Früherkennungsuntersuchungen sehr wichtig.
    Es gibt verschiedene Ursachen, gemeinsam ist allen Formen, dass Nervenverbindungen im Gehirn nicht richtig ausgebildet werden. Die häufigste Ursache für die Amblyopie ist das Schielen (Strabismus) eines Auges, es kommt zur Wahrnehmung von Doppelbildern, da die Sehinformationen der beiden Augen aus unterschiedlichen Richtungen kommen. Damit das störende Doppelbild verschwindet, schaltet das Gehirn die Seheindrücke eines der Augen aus.  Hält dieser Zustand über einen längeren Zeitraum an, so wird das betroffene Auge schwachsichtig (amblyop), während auf dem führenden Auge eine Normalsichtigkeit bestehen bleibt.  
    Bei bestimmten Augenkrankheiten, die mit einer Behinderung des Sehens eines Auges einhergehen, entsteht auch oftmals eine Amblyopie (Deprivationsamblyopie). Ursächliche Erkrankungen können beispielsweise eine Trübung der Augenlinse (Grauer Star), eine Hornhauttrübung oder ein herabhängendes Oberlid (Ptosis) sein. Durch die mangelhaften oder fehlenden Sehreize auf der Netzhaut "lernt" das Auge das Sehen nicht richtig, und die entsprechenden Nervenverbindungen werden nicht angelegt. 
    Bei einer stärkeren Fehlsichtigkeit, also einer Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder bei Astigmatismus (Stabsichtigkeit, so genannte Hornhautverkrümmung), kann es ebenfalls zu einer Amblyopie (Refraktionsamblyopie) kommen. Das von der Netzhaut empfangene Bild der Außenwelt ist unscharf, und das richtige Sehen wird nicht genügend trainiert.
    Das führt dazu, dass das betroffene Auge eine herabgesetzte Sehschärfe besitzt. Das Sehen kann in einigen Fällen nur mäßig verschlechtert sein, oft zeigt sich jedoch eine erhebliche Sehminderung des Auges bis hin zur einseitigen Blindheit. Räumliches Sehen ist nicht mehr möglich. Eine Amblyopie kann auch beidseitig auftreten. In den meisten Fällen ist dies dann durch eine beidseitige hochgradige Fehlsichtigkeit (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Stabsichtigkeit) bedingt. Das Sehvermögen ist entsprechend auf beiden Augen herabgesetzt.
    Ein Sehtest bringt die Schwachsichtigkeit zutage. Dann werden die Augen betrachtet, auch der Augenhintergrund wird unter Vergrößerung beurteilt. Verschiedene Untersuchungen auf Schielen werden durchgeführt, z. B. die Überprüfung der Hornhautspiegelung von Lichtern, die Prüfung der Beweglichkeit und des Zusammenspiels beider Augen sowie der Abdecktest. Mit einem Spezialinstrument wird eine weitere Untersuchung durchgeführt (Skiaskopie).
    Da die Amblyopie ab einem gewissen Alter nicht mehr behandelt werden kann, ist es wichtig, Untersuchungen zur Früherkennung der Erkrankung durchzuführen. Die Vorsorge, Untersuchung und Behandlung der Amblyopie führt das Ärzteteam der Augenärzte Gemeinschaftspraxis Ahaus durch. Mit etwa fünf Prozent der Bevölkerung ist die Amblyopie eine recht häufige Augenerkrankung. Eine Erstuntersuchung sollte im Alter von sechs bis acht Wochen erfolgen, bei Auffälligkeiten bereits früher. Eine genaue Untersuchung unter anderem auf Amblyopie und Schielen sollte bei Kindern, die ein erhöhtes Risiko haben (z. B. bei Schielen in der Familie), nach einem halben bis einem Jahr vorgenommen werden. Eine weitere Untersuchung bei allen Kindern empfiehlt sich in einem Alter um drei Jahre.
    Die Therapie muss so früh wie möglich beginnen, da die Erfolgsaussichten mit zunehmendem Lebensalter abnehmen. Vom zehnten bis zwölften Lebensjahr an ist eine Amblyopie in der Regel nicht mehr behandelbar, und die herabgesetzte Sehschärfe bleibt dauerhaft bestehen. Andererseits kann ab diesem Alter aber auch keine neue Amblyopie entstehen und sich keine bestehende Amblyopie weiter verschlechtern. In der Regel sollte eine Amblyopiebehandlung bis etwa zur Pubertät durchgeführt werden. 
    Durch zeitweises Abdecken des betroffenen Auges (Okklusion, Okklusionsbehandlung) erfolgt bei der Schielamblyopie die Behandlung. Das bessere Auge wird abgedeckt, das Sehen wird mit dem anderen Auge"trainiert". Zusätzlich wird oft für kürzere Zeit auch das amblyope Auge abgedeckt, damit nicht noch auf dem anderen Auge eine Schwachsichtigkeit entsteht. Später wird dann bei den meisten Patienten eine Schieloperation durchgeführt. In manchen Fällen kann bei sich entwickelnder mäßiger Amblyopie auch eine Behandlung mit Augentropfen helfen: auf das bessere Auge werden in regelmäßigen Abständen Augentropfen zur Pupillenerweiterung gegeben, damit zeitweise auf diesem Auge schlechter gesehen wird.
    Ist nur eine Fehlsichtigkeit (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Stabsichtigkeit) die Ursache für die Amblyopie, so muss eine Korrektur durch eine Brille (beziehungsweise Kontaktlinsen) erfolgen. Durch die richtigen Gläser kann wieder ein scharfes Bild der Umwelt auf der Netzhaut entstehen. Eine entsprechende Brille kann schon in sehr jungem Alter angepasst werden, um eine Schwachsichtigkeit zu verhindern. 
    Ist für die Amblyopie eine organische Veränderung Ursache, so muss diese behandelt werden. Ein kindlicher Grauer Star (Katarakt) wird beispielsweise durch eine Katarakt-Operation beseitigt, bei der die getrübte Augenlinse entfernt und durch eine klare Kunstlinse ersetzt wird. Ein herabhängendes Oberlid (Ptosis) wird im Kindesalter in der Regel ebenfalls durch eine Operation behandelt.
     
  • Ametropie

    Bei einem normalsichtigen Auge werden die einfallenden Lichtstrahlen durch die Brechkraft der Hornhaut und der Linse präzise auf die Netzhaut gebündelt, um so ein scharfes Bild zu erzeugen. Das Ergebnis: scharfes Sehen ohne Sehhilfe. Durch die Verformung der Linse können ferne und nahgelegene Bilder scharf wahrgenommen werden. Ein fehlsichtiges Auge (Fehlsichtigkeit - Ametropie) ist ein an sich gesundes Auge, das aber aufgrund eines „Konstruktionsfehlers“keine optimale Sehleistung ohne eine Sehhilfe erreichen kann. Zu den Fehlsichtigkeiten gehören Kurzsichtigkeit (Myopie), Weitsichtigkeit (Hyperopie), Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) und Altersweitsichtigkeit (Presbyopie). 
    Die Kurzsichtigkeit (Myopie)
    Bei einem kurzsichtigen Auge ist der Augapfel zu lang. Die Lichtstrahlen werden vor der Netzhaut gebündelt, so dass entfernte Gegenstände verschwommen gesehen werden.
    Die Weitsichtigkeit (Hyperopie)
    Bei einem weisichtigem Auge ist der Augapfel zu kurz. Die Lichtstrahlen werden hinter der Netzhaut gebündelt, so dass vor allem nah entfernte Gegenstände verschwommen gesehen werden.
    Die Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)
    Bei der Hornhautverkrümmung ist die Hornhaut nicht gleichmäßig wie eine Kugeloberfläche geformt, sondern unterschiedlich gewölbt. Gegenstände werden somit verzerrt gesehen.
    Die älteste und bekannteste Behandlung von Fehlsichtigeiten ist das Tragen einer Brille. Entgegen leider vieler Laienmeinungen werden die Augen unter einer Brille nicht „schlechter“. Wenn eine Brille nicht mehr gewünscht wird, können Kontaktlinsen angepasst werden. Viele Menschen vertragen nach Jahren keine Kontaktlinsen mehr, weshalb sie sich nach einem Leben ohne Brille sehnen. Hier helfen Laser- und Linsenchirurgie.
    Der wohl bekannteste Vertreter der Laserchirurgie ist die LASIK. Seitdem die erste Laserbehandlung am Auge zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit 1986 eingesetzt worden ist, ist die Technik weiterentwickelt und das Fachwissen vertieft worden. Die erstmals 1989 eingesetzte LASIK-Methode hat den Durchbruch geschafft und ist derzeit die „state of the art“ Behandlung. Diese Methode ist so sicher und effizient, dass sie 1999 als wissenschaftlich anerkanntes Verfahren sowohl von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) als auch vom Berufsverband der Augenärzte (BVA) anerkannt worden ist.
    Nach einer sehr umfassenden Voruntersuchung wird gemeinsam mit Ihnen im persönlichen Gespräch die für Ihre Augen optimale Behandlung festgelegt. Die Behandlung erfolgt ambulant, ist nach Gabe von betäubenden Augentropfen schmerzfrei und somit äußerst angenehm. 
    Die drei Schritte der LASIK

    • Fixierung und Schnitt
      Nach örtlicher Betäubung wird ein Deckel in der oberen Hornhautschicht erzeugt.
    • Öffnen und Lasern
      Nachdem der Hornhautdeckel geöffnet worden ist, wird die Hornhaut durch die Laserstrahlen präzise modelliert.
    • Das körpereigene Pflaster
      Nach der Laserung wird der Hornhautdeckel wieder zurückgeklappt und dient als ein körpereigenes Pflaster.


    Wenn Sie nicht für eine LASIK geeignet sind – sei es, dass Ihre Hornhaut zu dünn ist oder Ihre Fehlsichtigkeit zu hoch, bietet sich die Linsenchirurgie an. Hier unterscheidet man den klaren Linsenaustausch (Clear lens extraction) von der zusätzlichen Linsenimplantation (phake Linse). Beim Linsenaustausch wird die menschliche Linse ähnlich wie bei einer Grauen Star Operation entfernt und durch eine klare Kunststofflinse entsprechender Stärke ersetzt, so dass nach Möglichkeit keine Brille mehr für die Ferne getragen werden muss. Handelt es sich bei der implantierten Kunstlinse um eine Multifokallinse, ist die Alterssichtigkeit gleichzeitig mit korrigiert worden. Leider liegt nicht immer nach Kunstlinsenimplantation völlige Brillenfreiheit vor. Ein eventuell vorhandene Restsehfehler kann dann noch mittels laserchirurgischen Verfahrens ausgeglichen werden. Dieses Kombinationsverfahren aus Linse und Laser nennt man Bioptics
    Bei einer phaken Linse handelt es sich um eine Linse, die zusätzlich zur eigenen menschlichen Linse in das Augeninnere eingesetzt wird. Da diese Linse engen Kontakt zur Hornhautrückfläche hat, ist eine jährliche Zählung der Hornhautzellen mittels Endothelzellbiomikroskopie ein unbedingtes "Muss". Die Augenärzte Gemeinschaftspraxis Ahaus hat mit der Alcon Acrysof Cachet Linse über die letzten Jahre gute Erfahrungen gemacht.

  • Amnionmembran (AM)

    Die Amnionmembran (AM) bildet die innerste, dem Fetus zugewandte Schicht der Plazenta. Ihr Aufbau ist durch ein gefäßloses Stroma, eine relativ dicke Basalmembran und ein einschichtiges Epithel gekennzeichnet. Die Amnionmembran kann in der Augenheilkunde bei Transplantationen verwendet werden. Nach der Zustimmung der Spenderin und Ausschluss von allgemeinen Infektionserregern wird die Amnionmembranunter sterilen Bedingungen in die Hornhautbank freigegeben. Dort wird sie bis zur klinischen Verwendung mittels eines bestimmten Mediums bei - 80° C konserviert.
    Erstmals nutzte De Rotth im Jahre 1940 die Amnionmembran in der Augenheilkunde. Sie wurde mit Chorion zur Behandlung von Narben der Bindehaut verwendete, aber nur mit mäßigem Erfolg. 1946/ 47 verwendeten Sorsby und seine Mitarbeiter getrocknete und chemisch aufgearbeitete Amnionmembran zur Behandlung von akuten Verätzungen. Im Jahr 1995 wird die Gefrierkonservierung der Amnionmembran mittels eines speziellen Mediums durch Kim und Tseng eingeführt. Diese neue Art der Konservierung ermöglichte erstmals den Erhalt der biologischen Eigenschaften der Amnionmembran. Seit dem gibt es zahlreiche Publikationen zur Amnionmembrantransplantation und dessen Anwendung in der Augenheilkunde.

  • Anästhesiologie

    Die Anästhesiologie ist ein medizinisches Fachgebiet und umfasst Anästhesieverfahren (Allgemein-, Regional- und Lokalanästhesie) einschließlich deren Vor- und Nachbehandlung, die Aufrechterhaltung der vitalen Funktionen während operativer und diagnostischer Eingriffe sowie die Intensivmedizin, die Notfallmedizin und die Schmerztherapie.
    Die Anästhesiologie hat ihre Wurzeln in der Anästhesie. Am 30. März 1842 wird die erste Äthernarkose durch Crawford Williamson Long angewendet. Innerhalb Deutschlands kommt die erste Äthernarkose am 24. Januar 1847 durch Heinrich E. Weikert und Carl F.E. Obenaus in Leipzig zur Anwendung. Am gleichen Tag bediente sich auch Johann Ferdinand Heyfelder in Erlangen dieser neuartigen medizinischen Technik.
    Mit Anästhesie wird gleichermaßen der hervorgerufene Zustand der Empfindungslosigkeit zum Zweck einer operativen oder diagnostischen Maßnahme bezeichnet als auch die medizinischen Verfahren, um diesen herbeizuführen. Sie ist Teilgebiet der Anästhesiologie. Traditionell werden dabei die Komponenten Schmerzausschaltung (Analgesie), Bewusstseinsverlust (Hypnose), Dämpfung vegetativer Funktionen sowie gegebenenfalls die Muskelentspannung (Muskelrelaxierung) verstanden. Dies geschieht mit Hilfe unterschiedlicher Medikamente (Anästhetika)

  • Angiographie

    Angiographie bezeichnet die Darstellung von Blutgefäßen mittels Röntgenstrahlen. Ein Kontrastmittel wird in ein Blutgefäß gespritzt und dann eine fotograpische Aufnahme gemacht. Auf dem Röntgenbild zeichnet sich dann der mit Kontrastmittel gefüllte Gefäßinnenraum ab.  
    In der Augenheilkunde werden in dieser Form die Blutgefäße im Auge dargestellt. Dabei sind die Gefäße der Netzhaut und teilweise der Aderhaut im hinteren Teil des Auges zu sehen. Als Kontrastmittel wird ein pflanzlicher Stoff (Fluoreszein) genommen und in die Armvene gespritzt. Anschließend setzt sich der Patient vor eine Fotokamera, sein Blick richtet sich auf diese. Während sich das Mittel in den Blutgefäßen des Körpers und damit auch in denen des Auges verteilt, werden Fotos von diesem Prozess gemacht. Der Kontrast der Fotos entsteht durch das Leuchten des Farbstoffes (die Fluoreszenz) bei Beleuchtung mit Licht einer bestimmten Farbe - deshalb wird dieses Verfahren auch Fluoreszenzangiographie genannt.
    Immer wenn Erkrankungen vorliegen bei denen die Blutgefäße oder die Durchblutung des Auges verändert werden (Zucker, Augengefäßverschlüsse, Makulopathie etc.) und die normale Augenspiegelung keine klaren Befunde ergibt, wird die Angiographie angewendet. Auch bei Entzündungen der Netzhaut und der Aderhaut (Uveitis), sowie bei Tumoren lassen sich hier zusätzliche Erkenntnisse gewinnen.
    Es findet keine Strahlenbelastung mit Röntgenstrahlen oder radioaktiven Stoffen, die bei anderen bildgebenden Verfahren teilweise verwendet werden, statt. Ein anderer seltener verwendeter Farbstoff ist Indozyaningrün. Die Untersuchung verläuft hier ähnlich. Das Kontrastmittel Fluoreszein wird über den Urin ausgeschieden. Dieser leuchtet am gleichen Tag hellgelb. Auch die Haut ist für einen Tag etwas gelblich.

  • Anomaloskop

    Zur Prüfung des Farbsinns wird ein Anomaloskop oder auch Spektralfarbenmischapparat eingesetzt. Es ist ein Optikinstrument, mit dem  Farbsehschwächen diagnostiziert werden können. Es wird u. a. für Eignungsuntersuchungen für Lokführer, Piloten, Polizisten, Bootsführer, Elektriker und andere Berufe verwendet. 
    Mit Hilfe des Anomaloskopes kann der sogenannte Anomal-Quotient gemessen werden, der die Abweichung des Farbsehvermögens in Bezug auf das Farbsehvermögen eines Normalsichtigen beschreibt. Der Patient blickt durch das Okular des Gerätes, das vom äußeren Aufbau her einem Mikroskop ähnelt. Er sieht einen mittig halbierten Kreis, der unterschiedliche Farben aufweist. Der obere Halbkreis besteht aus einer Mischung von Grün (Wellenlänge 535 nm) und Rot (Wellenlänge 673 nm), während die untere Hälfte ein echtes Gelb (Wellenlänge 589 nm) zeigt. Mithilfe unterschiedlicher Drehräder kann der Patient nun versuchen die beiden Farben einanderanzugleichen. Ziel der Untersuchung ist, dass der Patient nicht nur die Farbe, sondern auch die Intensität der Halbkreise einander angleicht. 
    Der Grünschwache (Deuteranomale) wird im oberen Halbkreis zu viel Grün dazugeben, ein Rotschwacher (Protanomaler) wird zu viel rot einstellen. Leidet ein Patient unter einer Farbschwäche, so wird er bei der Untersuchung die Angleichung der beiden Halbkreise lediglich über die Intensität der Farbe vornehmen, da er keine unterschiedlichen Farben erkennt. 
    Es gibt außer Anomaloskopen für die Rot-Grün-Beurteilung - die häufigste und unter Sicherheitsaspekten (Ampel, Verkehr) wichtigste - auch Anomaloskope, die die Blau-Sehfähigkeit messen.  Das erste Anomaloskop wurde vom deutschen Augenarzt und Physiologen Willibald A. Nagel (1870-1911) entwickelt.

  • Anophthalmus

    Anophthalmus ist ein angeborenes Fehlen (oder Verkümmerung) der Augen. Es ist das Resultat eines Entwicklungsstopps des Auges und der Augenhöhle während der Heranbildung der Organe im Mutterleib. Eine Anophthalmie entsteht zwischen der vierten und der siebten Schwangerschaftswoche. Ein Anophthalmus (fehlendes Auge) kann auch durch Erkrankungen, Verletzungen oder nach Operationen erworben sein. 
    Für die Behandlung der klinischen Anophthalmie ist ein enges Arbeits- und Vertrauensverhältnis zwischen Augenarzt, Ocularisten, Patienten und Familie unerlässlich. Drei traditionelle Behandlungsverfahren mit Hilfe von Augenprothesen waren in der Vergangenheit: 

    • mechanische oder Spanndrahtexpander,
    • Druck-Conformer und
    • progressiv größere Conformer.


    Für alle Fälle des klinischen Anophthalmus gilt, dass die Expandierungsbehandlungso früh wie möglich begonnen werden sollte; ideal wäre ein Behandlungsbeginn in den ersten Wochen nach der Geburt

  • Argonlaser

    Der Argonlaser ist ein Gaslaser, dessen Lasermedium aus dem Edelgas Argon besteht. Der in der Augenheilkunde ausgenutzte Effekt des Argonlasers basiert auf dem Prinzip der Photokoagulation: Die Laserstrahlen werden im retinalen Pigmentepithel und in der Aderhaut absorbiert, wobei Wärme entsteht. Der Laser bewirkt eine kurzfristige Überwärmung des Gewebes auf rund 80° C, wodurch es innerhalb einiger Tage bis Wochen zur Ausbildung von Narben kommt.
    Mit dem Argonlaser erfolgt u. a. die Behandlung von bestimmten Krankheiten der Netzhaut, bei denen die Koagulation von Netzhautarealen gewünscht wird (z. B. bei Gefäßerkrankungen der Netzhaut) oder das damit verbundene Verschweißen der Netzhaut und Aderhaut erreicht werden soll (z. B. Netzhautlöcher).
    Der Eingriff wird in örtlicher Betäubung durchgeführt und ist schmerzfrei. Die Behandlung erfolgt an der Spaltlampe über ein vergrößertes Laserkontaktglas. Der Laserstrahl kann somit die zu behandelnde Stelle punktgenau koagulieren. Im Wesentlichen werden in der Augenheilkunde sechs Lasertypen eingesetzt, am häufigsten der Argonlaser.

  • ASCRS - American Society of Cataract and Refractive Surgery

    ASCRS ist die Abkürzung für American Society of Cataract and Refractive Surgery. Die American Society of Cataract und Refraktive Chirurgie (ASCRS) verbreitet Informationen und fördert die Kommunikation unter den Augenärzten über Intraokularlinsen-Implantationen und die Refraktive Chirurgie. Die Gesellschaft wurde im Jahre 1974 als amerikanische intraokulare Gesellschaft gegründet.
    Das Angebot der Gesellschaft umfasst Publikationen, eine zweimonatlich erscheinende Zeitschrift, jährliche Symposien, Fortbildungsveranstaltungen, Kredite, Qualitätskontrollen, Interessenvertretung von Patienten, die sich für Linsenimplantate interessieren, Forschungsstipendien, eine 24-Stunden-Notfall Beratungs-Hotline und Veröffentlichungen von Warnungen über die Gefahren mit Linsen.

  • Astigmatismus - Hornhautverkrümmung

    Astigmatismus, auch Stabsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung genannt, ist ein Augenfehler, der durch eine unregelmäßig gekrümmte Hornhaut entsteht. Die Betroffenen nehmen einen Punkt als verschwommene Linie (Stab) wahr, da die ins Auge fallenden Lichtstrahlen sich nicht in einem Punkt auf der Netzhaut bündeln lassen. 
    Es wird zwischen dem regulären und dem irregulären Astigmatismus unterschieden.
    Der reguläre Astigmatismus (oder Stabsichtigkeit) ist eine Fehlsichtigkeit, die durch eine veränderte Hornhautkrümmung entsteht. Beim einem gesunden Auge hat die Hornhaut, in senkrechter und waagerechter Richtung, genau aufeinander abgestimmte Krümmungen. Diese Krümmungen ermöglichen, dass auch Licht, das von der Seite, von oben oder unten einfällt, genauso die Netzhaut erreicht, wie das Licht, das von vorne kommt. Ist die Hornhaut jedoch in einer der Richtungen (Meridian) verändert, z. B. stärker oder schwächer gebogen, wird das Licht, das durch die Pupille hindurchtritt, verschieden gebrochen und in den einzelnen Meridianen unterschiedlich aufgelöst. Ein rundes Objekt, z. B. eine Kugel, erscheint dann strich- und stabförmig. 
    Der irregulären Astigmatismus, die sogenannte Brennpunktlosigkeit, kommt durch eine unregelmäßige Wölbung der Hornhaut zustande. Nach einer Erkrankung der Hornhaut durch Narbenbildung kann diese Unregelmäßigkeit entstehen. Dabei werden die Achsen gegeneinander versetzt. Das Auge versucht fortwährend, diese Brechungsfehler durch Akkommodation des Ziliarmuskels auszugleichen. Dieses dauerhafte Bemühen kann unter Umständen zu Kopfschmerzen führen. 
    Beim regulären Astigmatismus erfolgt die Korrektur mit Hilfe von Zylindergläsern. Sie brechen das Licht nur in eine Richtung. Darum ist bei der Verordnung einer entsprechenden Brille immer die Achsenrichtung angegeben. Die konvexen und konkaven Zylinder werden dann so geschliffen, dass die beiden Achsen senkrecht aufeinander stehen und lediglich in ihrer Brechkraft verändert sind.  
    Der irreguläre Astigmatismus wird mit harten Kontaktlinsen korrigiert. Wird durch diese Maßnahme kein befriedigendes Ergebnis erreicht, kann eine Hornhauttransplantation in Betracht gezogen werden. Dabei wird aus der Hornhaut eines Spenders eine Scheibe herausgeschnitten und in die Hornhaut des Betroffenen eingenäht. 
    Außerdem kann die Behandlung mit dem Excimer-Laser helfen. Sie ermöglicht eine direkte Korrektur am Auge. Die Brechkraft wird mit dem Kaltlichtlaser so verändert, daß ein scharfes Sehen ohne Hilfsmittel möglich ist. Bei Kurzsichtigkeit wird die Hornhaut zentral abgeflacht, bei Weitsichtigkeit wird die Krümmung zentral verstärkt und bei einer Hornhautverkrümmung trägt man die Zone verstärkter Brechung ab. Er dringt nur minimal in die Hornhaut ein und ermöglicht so eine schonende Veränderung der Hornhaut ohne dabei angrenzendes Gewebe zu verändern.

  • Augapfel - Bulbus oculi

    Der kugelförmige Augapfel, auch Bulbus oculi genannt, hat einen Durchmesser von etwa 2,5 Zentimetern. Er liegt, umgeben von einem gleitfähigen Fettkörper, in der schützenden Augenhöhle. Er besteht aus den Augenhäuten, dem Kammerwasser, dem Glaskörper und der Linse. 
    Die Wand des Augapfels setzt sich aus drei Schichten zusammen:
    Die äußere Augenhaut besteht aus der vorderen Hornhaut und der hinteren Lederhaut. Die Hornhaut ist transparent und gefäßfrei. An ihrem Rand mündet sie in die weißliche Lederhaut, die aus Kollagenfasern besteht. Die Lederhaut bestimmt die Form des Augapfels und leistet dem Druck im Augeninneren Widerstand. 
    Die mittlere Augenhaut besteht aus der Regenbogenhaut, dem Strahlenkörper und der Aderhaut. Nach vorne hin hat sie eine Öffnung: die Pupille. Der gefärbte Teil des Augapfels wird Iris oder Regenbogenhaut genannt. Mit Erweitern und Verengen der Pupille reguliert die Iris den Lichteinfall. Dabei reicht der Öffnungsspielraum von zwei bis zu acht Millimetern Durchmesser. Eine starke Pupillenerweiterung wird entweder durch Dunkelheit oder durch bestimmte psychische Zustände hervorgerufen. Bei sehr hellem Licht oder entsprechend negativen psychischen Zuständen verengt sich die Pupille. Für Verengung und Erweiterung sind im Bindegewebe gelegene glatte Muskeln verantwortlich. Zwischen der Iris und der Aderhaut liegt der Strahlenkörper, an dessen Fortsätzen die Linse aufgehängt ist.
    Die innere Augenhaut, bekannter auch unter dem Namen Netzhaut (Retina), spielt beim Sehvermögen die wichtigste Rolle. Bei einer Fotokamera übernimmt der Film die Funktion, die die Netzhaut beim Auge hat: eine empfindliche Schicht, auf der ein Bild aufgenommen wird, indem das Licht in Impulse übersetzt wird. Die Netzhaut besteht aus drei Schichten: den Photorezeptoren mit Stäbchen und Zapfen, den bipolaren Ganglienzellen und den multipolaren Ganglienzellen.  
    127 Millionen Zellen bilden die Netzhaut. 120 Millionen dieser Zellen sind sogenannte Stäbchen, die anderen sieben Millionen werden Zapfen genannt. Die lichtempfindlichen Stäbchen unterscheiden nur hell und dunkel, keine Farben. Die Aufgabe des Farben- und Formenerkennens übernehmen die Zapfen, die mehr Licht als die Stäbchen benötigen und deshalb optimal bei Tageshelligkeit arbeiten. Die Zapfen "erkennen" die drei Grundfarben rot, grün und blau und sind damit in der Lage, ebenfalls die Mischungen aus diesen Farben zu definieren - also beispielsweise gelb aus rot und grün, indem gleichzeitig Zapfen für rot und grün aktiviert werden.

  • Augenhintergrund - Fundus oculi

    Der Augenhintergrund, auch bekannt als Fundus oculi, ist die hintere Innenwand des Augapfels. Bei medikamentös erweiterten Pupillen wird der Augenhintergrund durch den transparenten Glaskörper hindurch sichtbar. Er beinhaltet folgende anatomische Strukturen:

    • Netzhaut (Retina)
    • Sehnervenkopf (Papille bzw. Blinder Fleck)
    • Gefäße (Arteria und Vena centralis retinae)
    • Gelber Fleck (Macula lutea)
    • Peripherie der Netzhaut und Übergang zwischen Netzhaut und dem Ziliarkörper (Ora serrata)


    Der Augenhintergrund wird mittels Augenspiegelung (Ophthalmoskopie) betrachtet. Mit Hilfe der retinalen Gefäßanalyse können die Blutgefäße gemessen werden. Neben der Erkennung von Erkrankungen des Auges selbst, sind internistische oder neurologische Diagnosen möglich.

  • Augeninnendruck

    Im Inneren des Augapfels herrscht der Augeninnendruck. Er wird auch als Augenbinnendruck oder Augendruck bezeichnet. Dieser entsteht durch das Kammerwasser, eine wässrige Flüssigkeit, welche die Hornhaut mit Nährstoffen versorgt. Es bewirkt eine konstant glatte Wölbung der Hornhautoberfläche, einen gleich bleibenden Abstand zwischen Hornhaut, Linse und Netzhaut des Auges sowie eine gleichmäßige Ausrichtung der Fotorezeptoren auf der Netzhaut. Zudem hält er die stabile Kugelform des Augapfels aufrecht. Gebildet wird das Kammerwasser im sogenannten Ziliarkörper im Augeninneren, es fließt in die vordere Augenkammer und wird dort wieder aus dem Auge in die Blutbahn aufgenommen. Bei einem gesunden Augen halten sich Produktion und Abfluss des Kammerwassers die Waage
    Der Augeninnendruck kann als Indikator für Störungen gelten, denn er muss, wie beispielsweise der Blutdruck, in einem bestimmten Rahmen bleiben. Ist er zu niedrig, liegt ein schwerwiegender Schaden des Auges vor. Ist er zu hoch, spricht man - zumindest wenn das Auge schon Schäden zeigt - vom Grünen Star (Glaukom). Da ein leichter bis mittlerer Anstieg auf Dauer zur Erblindung führen kann, aber bis dahin keine Beschwerden macht und mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit immer mehr zunimmt, sollte der Augeninnendruck - vor allem nach dem 40. Lebensjahr - regelmäßig kontrolliert werden. Dies erfolgt entweder mit dem sogenannten Lufttonometer oder mit dem Applanationstonometer

  • Augenmuskelchirurgie

    Augenmuskelchirurgie sind operative Maßnahmen an den Augenmuskeln. Die Augenmuskeln sind für die Beweglichkeit des Augapfels zuständig. Mit ihrer Hilfe kann der Augapfel bewusst in viele verschiedene Richtungen gedreht werden. Dabei arbeiten die Muskeln so genau, dass sie das Bild des rechten Auges und das Bild des linken Auges exakt übereinanderlegen. Nur so ist räumliches Sehen möglich. Auch beim Wechsel von Nah- auf Fernsehen, der Akkommodation, sind die Augenmuskeln beteiligt. 
    Es gibt sechs verschiedene Augenmuskeln:

    • Oberer gerader Augenmuskel = M. rectus superior
    • Unterer gerader Augenmuskel = M. rectus inferior
    • Äußerer gerader Augenmuskel = M. rectus lateralis
    • Innerer gerader Augenmuskel = M. rectus medialis
    • Oberer schräger Augenmuskel = M. obliquus superior
    • Unterer schräger Augenmuskel = M. obliquus inferior


    Wenn sie erkranken, kann das ihre millimetergenaue Feinabstimmung stören, dann gefriert der Blick und das räumliche Sehen zerfällt in Doppelbilder. Schwellungen und Lähmungen schränken zudem die Beweglichkeit ein. Und schielende Augenbewegungen oder hervorquellende Augen (Exophtalmus) sind außerdem ein ästhetisches Problem.
    Deshalb ist die Schieloperation eine Form der Augenmuskelchirurgie. Bei der Schieloperation wird der Schielwinkel des erkrankten Auges chirurgisch korrigiert, bis die Augenachse parallel zum gesunden Auge gerichtet ist. Zu stark ziehende Augenmuskeln werden am Augapfel zurückgelagert, zu schwache Muskeln gestrafft. Dazu muss das Auge weder herausgenommen noch aufgeschnitten werden. Lediglich die leicht heilende Bindehaut des Auges wird aufgeschnitten, um an die Muskeln zu gelangen.