Grüner Star (Glaukom)

Grüner Star (Glaukom)

Mit Glaukom, auch Grüner Star genannt, bezeichnet man eine Gruppe von Augenerkrankungen, bei denen ein erhöhter Druck im Auge zu einer Schädigung des Sehnerven führt.

Was ist ein Glaukom?

Ursächlich führt eine Steigerung des Augeninnendrucks oder auch eine Durchblutungsstörung im Sehnervenkopf zu einer langsam fortschreitenden Zerstörung der Nervenfasern. Dieser Prozess verläuft meist völlig schmerzfrei und wird anfangs vom Betroffenen häufig nicht bemerkt. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung äußert sich die Sehnervenschädigung durch Gesichtsfeldausfälle. Bei einem weiteren Fortschreiten der Erkrankung fällt das Gesichtsfeld ganz aus und auch die zentrale Sehschärfe ist betroffen. Deswegen liest man in den Medien häufig von der „schmerzfreien Erblindung“.

Das Glaukom ist eine der häufigsten Ursache für eine Erblindung in den westlichen Industrienationen, da sich die Betroffenen oft sehr spät beim Augenarzt vorstellen und die Therapie manchmal nur unregelmäßig angewendet wird. Je früher die Therapie beginnt, desto mehr Nervenfasern können gerettet werden - bestenfalls, bevor eine bleibende Schädigung eingetreten ist.

Es gibt unterschiedliche Glaukomformen, die akut oder chronisch verlaufen können. Dabei ist die mit Abstand am häufigsten auftretende Form das schmerzfreie, chronisch verlaufende Offenwinkelglaukom.

Im Innern des Auges wird permanent das sogenannte Kammerwasser, eine farblose Flüssigkeit, gebildet. Dieses wird durch ein schwammähnliches Gewebe, das Trabekelwerk, aus dem Auge in die Blutgefäße abgeleitet. Dadurch kann der Druck im Augeninnern konstant gehalten werden. Beim Glaukom kann das Kammerwasser nicht mehr richtig abfließen, so dass der Augeninnendruck ansteigt. Der Sehnerv, der das im Auge wie von einer Kamera eingefangene Bild an das Sehzentrum im Gehirn weiterleitet, wird durch die erhöhte Druckbelastung geschädigt. Die Folge sind Skotome, d.h. das Sehen fällt in bestimmten Bereichen des Gesichtsfelds aus. Die langsam fortschreitende Beeinträchtigung des Sehens wird vom Betroffenen zu Anfang häufig nicht bemerkt. Dieser schleichende Prozess kann, wenn nicht behandelt wird, bis hin zur Erblindung führen.

Beim Normaldruckglaukom wird der Sehnerv schon bei Augeninnendruckwerten im Normbereich geschädigt, weil die Sehnervdurchblutung schlecht ist oder der Sehnerv sehr empfindlich ist.

Zu den selteneren Glaukomformen gehört auch das Winkelblockglaukom (akuter Glaukomanfall), bei dem der Augeninnendruck plötzlich sehr stark ansteigt. Typischerweise leiden die Patienten unter heftigen Schmerzen, die häufig mit ebenso heftiger Übelkeit und Kopfschmerzen einhergehen. Am betroffenen Auge wird das Sehen milchig und das Auge ist gerötet. Durch eine sofortige augenärztliche Behandlung kann das Augenlicht gerettet werden.

Ein sogenanntes Sekundärglaukom kann z.B. im Rahmen einer schweren Augenentzündung oder auch als Folge einer Verletzung entstehen.

Das angeborene Glaukom bei Säuglingen ist eine sehr seltene Fehlentwicklung des Augeninnern und bedarf einer operativen Therapie. Die betroffenen Kinder fallen durch "schöne große" Augen, vermehrten Tränenfluss und erhöhte Lichtempfindlichkeit auf.

Wie stellt man ein Glaukom fest?

Da das chronische Offenwinkelglaukom sich für den Patienten zunächst unmerklich entwickelt, kann es nur von einem Augenarzt frühzeitig erkannt werden. Neben der allgemeinen augenärztlichen Untersuchung erfolgt eine Augeninnendruckmessung sowie die Beurteilung des Sehnervenkopfes.

Mit zunehmendem Lebensalter tritt das Glaukom gehäuft auf. Daher sollte diese Vorsorgeuntersuchung ab dem 40. Lebensjahr alle ein bis drei Jahre durchgeführt werden. Leider werden die Kosten in Höhe von aktuell 20 Euro von den meisten gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.

Was kann das Augen-Zentrum-Nordwest für Sie tun?

Zur weiteren Diagnostik stehen dem Augen-Zentrum-Nordwest einige weitere hochmoderne Untersuchungsgeräte zur Verfügung:

  • Augeninnendruckmessung

  • Messung der Hornhautdicke - Die Dicke der Hornhaut hat einen Einfluss auf das Ergebnis der Augeninnendruckmessung. Diese Hornhautdicke kann mit einem so genannten Pachymetriegerät gemessen werden. Bei jedem Glaukompatienten sollte die Dickenmessung einmalig erfolgen. Auch diese Untersuchung muss als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) berechnet werden.
  • Ergänzend wird dann im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung der Sehnervenkopf beurteilt. Häufig zeigt sich bei betroffenen Patienten eine typische glaukomspezifische Aushöhlung. Das Erscheinungsbild des Sehnervenkopfes unterliegt jedoch einer sehr großen Variabilität, so dass in manchen Fällen nicht spontan entschieden werden kann, ob eine Schädigung durch ein Glaukom oder eine Anomalie ohne Krankheitswert vorliegt.
  • Gesichtsfelduntersuchung - Mit der Perimetrie, d.h. der Gesichtsfeldbestimmung, werden bereits vorhandene Gesichtsfeldausfälle nachgewiesen. Unter einem Gesichtsfeld versteht man die Summe aller Seheindrücke, die mit einem ruhig fixierenden Auge wahrgenommen werden. Während die zentrale Sehschärfe nur das unmittelbare Gesichtsfeldzentrum beschreiben kann, sind die umgebenden Gesichtsfeldbereiche von besonderer Bedeutung, z.B. für das Orientierung- und Lesevermögen sowie für die Fahrtauglichkeit. Glaukom-Defekte treten typischerweise in den Gesichtfeldbereichen auf, die dem Schädigungsareal des Sehnerven entsprechen. Hier werden alle Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
  • Messung der Nervenfaserdicke - Die Scanning-Laser-Polarimetrie (Papillen-OCT)
ist zur genaueren Untersuchung des Sehnervenkopfes und nach heutigem Stand zur Diagnostik und Verlaufskontrolle einer Glaukomerkrankung unerlässlich. Sie misst die Nervenfaserdicke und kann somit sehr frühe Schädigungen detektieren
  • Heidelberg-Retina-Tomographie (HRT) - Beim HRT wird der Sehnervenkopf mit Hilfe eines Laserstrahls abgetastet und so ein Bild aufgenommen, das mit einem an das Gerät angeschlossenen Computer weiterverarbeitet wird.  So ist eine exakte Analyse und Verlaufskontrolle des Sehnervenkopfes möglich.  Eventuell vorhandene Nervenfaserverluste können in einem sehr frühen Stadium nachgewiesen werden.

Gut zu wissen

Die Messung des Augeninnendruckes ist schnell, schmerzfrei und hindert Sie nicht am Autofahren.

Weitere Risikofaktoren für eine Glaukomerkrankung sind familiäre Belastung, höhere Kurzsichtigkeit, Diabetes, niedriger Blutdruck sowie die Einnahme von Cortison-Präparaten.

Langfristige Therapie bei Grünem Star

Den meisten Glaukompatienten kann mit Augentropfen geholfen werden. Hier stehen dem Augen-Zentrum-Nordwest einige verschiedene Präparate  mit unterschiedlichen Wirksubstanzen zur Verfügung, die bei regelmäßiger Anwendung den Augeninnendruck zuverlässig senken. Sollte die medikamentöse Behandlung nicht zum angestrebten Ziel führen, kommen sowohl laserchirurgische als auch operative Maßnahmen in Betracht.

Für jede Therapie gilt: Sie ist umso besser je früher sie einsetzt. Denn ist durch ein Glaukom bereits eine Schädigung des Sehnerven oder eine Einbuße am Gesichtsfeld eingetreten, so ist dieser Schaden in der Regel nicht mehr rückgängig zu machen. Eine Behandlung kann nur bewahren was zu Behandlungsbeginn an Sehvermögen noch vorhanden ist.

Es gibt jedoch eine innovative Behandlungsmethode, die Eyetronic Therapie, welche darauf abzielt, das Sehvermögen durch Stimulation des Sehnervs mittels schwacher Stromimpulse zu verbessern.  Mehr zu diesem Thema finden Sie hier.