Überschrift

Glossar


0-9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W XY Z

Hornhauttransplantation
Die Hornhauttransplantation, auch Keratoplastik genannt, ist die häufigste Organtransplantation weltweit. Die durchsichtige Hornhaut (Cornea) ist die äußere Begrenzung des Auges und jede Veränderung ihrer Klarheit zieht eine Verschlechterung des Sehvermögens nach sich. Eintrübungen, die einmal vorhanden sind, bilden sich in der Regel nicht mehr zurück. Ab einem gewissen Stadium hilft nur noch der Austausch gegen eine gesunde, klare Hornhaut von einem verstorbenen Spender, eine sogenannte Hornhauttransplantation (Keratoplastik). 
Wenn die Hornhaut durch Verformungen oder Narben undurchsichtig geworden ist, wird eine neue Hornhaut benötigt. Die Gründe dafür sind vielfältig: Verletzungen mit anschließender Narbenbildung, Entzündungen der Hornhaut nach einer Infektion der Hornhaut mit Herpesviren, nach altersbedingten oder operativen Eingriffen oder angeborene Hornhauterkrankungen. 
Da in der klaren Hornhaut keine Blutgefäße vorhanden sind, in denen produzierte Abwehrzellen des Immunsystems fremde Zellen abstoßen können, findet normalerweise kein Abstoßungsprozess statt. Wenn aber aufgrund einer Erkrankung Blutgefäße in die Hornhaut eingesprosst sind (Vaskularisation), müssen die Spenderhornhäute sorgfältig analysiert und so ausgesucht werden, dass sie in möglichst vielen Eigenschaften mit dem körpereigenen Gewebe des Empfängers übereinstimmen. Die Gefahr einer Abstoßung lässt sich auf diese Weise zumindest verringern. 
Eine Hornhautbank übernimmt in Zusammenarbeit mit den Augenkliniken die Koordination von Empfänger- und Spendereigenschaften. Hornhäute können vom zehnten bis zum 85. Lebensjahr gespendet werden. Ist eine Person verstorben, werden die Angehörigen über die Möglichkeit der Organspende und insbesondere auch der Hornhautspende informiert. Da Hornhäute bis zu 76 Stunden nach dem Tod entnommen werden können, bliebt den Hinterbliebenen Zeit sich für eine Entnahme zu entscheiden. Mit einem Organspendeausweis wird schon zu Lebzeiten die Spendenbereitschaft signalisiert. Hat der Patient einen solchen Ausweis oder entscheiden sich die Hinterbliebenen für die Entnahme, werden die Hornhäute entfernt und in die Hornhautbank gebracht. Dem Verstorbenen werden Glasprothesen eingesetzt, die äußerlich seinen natürlichen Augen ähneln. 
Eine sorgfältige Analyse und die nachfolgende Beobachtung der Hornhaut gewährleisten die Bereitstellung von hochwertigen Transplantaten. Gleichzeitig schließen mikrobiologische Tests und Untersuchungen des Spenderblutes aus, dass Krankheitserreger übertragen werden. Neben der Überprüfung der Spenderorgane organisieren die Hornhautbanken auch die Zuordnung der Transplantate an die Empfänger. Da die Hornhäute im Brutschrank vier bis sechs Wochen überleben können, bleibt genügend Zeit, die Patienten in Ruhe und planmäßig in die Klinik zu bestellen und auf ihre Operation vorzubereiten.
Bei der Erprobung und Erforschung künstlicher Hornhäute wurden in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt. Allerdings ist der breite Einsatz dieser Technik bislang noch nicht möglich.
See also:
Info
Info
Info
« Hornhauttopographie     ICD »