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0-9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W XY Z

Hornhauterkrankungen
Die Hornhaut ist die äußerste Gewebeschicht des Auges, durch die hindurch wir sehen und die damit sozusagen das Fenster zur Welt darstellt. Sie ist in verschiedene, transparente Schichten unterteilt. Von innen nach außen dichtet zunächst eine einschichtige, sehr empfindliche und nicht regenerationsfähige Zellschicht, das Endothel, das Hornhautgewebe ab. Nach außen folgt als dickste Schicht das Hornhautstroma, welches der Hornhaut Halt und Form gibt. Die oberflächlichste Schicht stellt das Epithel dar, welches von Nerven durchsetzt ist und sehr regenerationsfähig ist. 
Eine in allen Schichten klare und regelrecht geformte Hornhaut ist für ein gutes Sehvermögen unverzichtbar. Kommt es im Laufe des Lebens zu degenerativen Veränderungen der Hornhautbiegung (z.B. Keratokonus) oder der Hornhauttransparenz (z. B. granuläre, gittrige, makuläre oder Fuchssche Hornhautdegeneration), kann das Sehvermögen unter Umständen stark absinken.
Auch nach Entzündungen durch Bakterien, Viren oder Pilze und nach Verletzungen durch Fremdkörper oder Schnitte in die Hornhaut können bleibende, optisch störende Narben in der Hornhaut das Sehvermögen stark herabsetzen. In diesen Fällen kann nur mit einer Hornhautverpflanzung - auch Hornhauttransplantation genannt - versucht werden, die ursprüngliche Sehschärfe wieder zu erlangen. Bei einer solchen Hornhautverpflanzung wird auf Spenderhornhautgewebe von verstorbenen Menschen zurückgegriffen. Das Spenderhornhautgewebe wird vor der Verpflanzung in sogenannten Hornhautbanken kultiviert und nach strengen, europaweit gültigen Qualitätsmerkmalen überprüft. Künstliche Hornhäute sind noch nicht verfügbar. 
Die Operation kann in örtlicher und Allgemeinnarkose in der Regel unter stationären Bedingungen erfolgen. Der stationäre Aufenthalt dauert in der Regel eine Woche. Es wird in klassischer Form der perforierenden Keratoplastik die zentrale Hornhaut in ganzer Dicke in einem Durchmesser von circa 7,5 bis 8,0 Millimeter ersetzt. Bei einer perforierenden Keratoplastik verbleiben die Fäden, die von Patienten nicht gespürt werden, bis zu 18 Monaten. Erst dann ist eine stabile Wundverheilung gewährleistet. 
Wenn aber nicht alle Schichten der Hornhaut von der störenden Narbe oder Formveränderung betroffen sind, kann auch auf so genannte lamelläre Techniken zurückgegriffen werden, bei denen ganz gezielt versucht wird, nur die betroffenen Schicht auszutauschen. Hier hat sich bisher besonders die hintere lamelläre Keratoplastik (DSAEK) durchgesetzt, bei der nur der krankhaft veränderte Teil der hinteren Hornhautschicht ersetzt wird. Hierzu muss das Auge nicht so weit eröffnet werden, wie bei der perforierenden Keratoplastik. Entscheidender Vorteil für den Patienten ist der dadurch bedingte schnellere Heilungsverlauf. Ein akzeptables Sehvermögen kann schon nach ca. drei Monaten erreicht werden.
Eine intensive augenärztliche Nachbehandlung ist bei allen Formen der Hornhauttransplantation erforderlich, damit Abwehrreaktionen des Körpers gegen das Fremdgewebe frühzeitig erkannt und behandelt werden. Der gebräuchliche Ausdruck Abstoßungsreaktion ist leider sehr missverständlich, denn das Hornhautgewebe geht im Rahmen einer solchen Reaktion nicht verloren, sondern trübt sich lediglich ein, was aber den Operationserfolg zunichte macht. 
Eine Hornhauttransplantation kann gegebenenfalls wiederholt werden. Unter optimalen Voraussetzungen ist die Hornhauttransplantation die erfolgreichste Gewebetransplantation beim Menschen. 
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