Überschrift

Glossar


0-9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W XY Z

Diabetes
Diabetes mellitus, auch als Zuckerkrankheit bekannt, ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Die umgangssprachliche Bezeichnung Zuckerkrankheit ist historisch begründet. Sie geht darauf zurück, dass unbehandelte Diabetiker mit ihrem Urin Zucker ausscheiden und dieser dadurch süßlich schmeckt. Typische Symptome von Diabetes sind starker Durst, vermehrtes Wasserlassen, Heißhunger und Juckreiz. Die Betroffenen fühlen sich abgeschlagen und sind anfälliger für Infekte. Wer ein paar Dinge beachtet und seinen Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrolliert, kann trotz Zuckerkrankheit ein beschwerdefreies Leben führen und Folgeschäden vermeiden.  
Man unterscheidet zwei Formen von Diabetes mellitus: Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2. Darüber hinaus gibt es noch einige seltenere Diabetes-Sonderformen und den sogenannten Schwangerschaftsdiabetes.
Typ-1-Diabetes beginnt meist in der Jugend und führt zu ausgeprägten Beschwerden. Es werden bestimmte Zellen, die das Hormon Insulin bilden, in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Insulin ist notwendig, damit Zucker, der ins Blut gelangt, von Zellen aufgenommen und verarbeitet werden kann. Ist zu wenig Insulin vorhanden, verbleibt der Zucker im Blut – der Blutzuckerspiegel steigt. Etwa fünf Prozent der Diabetiker sind Typ-1-Diabetiker. Es liegt ein absoluter Insulinmangel vor da Insulin jedoch lebensnotwendig ist, muss es lebenslang gespritzt werden.  
Typ-2-Diabetes betrifft dagegen meist ältere Menschen, weswegen er häufig als Altersdiabetes bezeichnet wird. Zunehmend sind auch jüngere Personen und sogar Kinder betroffen. Beim Typ-2-Diabetes schüttet die Bauchspeicheldrüse zwar meist ausreichend Insulin aus. Die Zellen, die das Hormon aufnehmen sollten, reagieren jedoch zunehmend unempfindlicher auf das Insulin. Auch in diesem Fall steigt der Blutzuckerspiegel an. Eine Insulinresistenz kann die Folge einer dauerhaft überreichen Nahrungszufuhr sein, die zu häufig erhöhten Blutzuckerspiegeln führt. Es entwickelt sich ein sogenannter relativer Insulinmangel: Es ist zwar Insulin vorhanden, die Zellen reagieren jedoch nicht ausreichend darauf. Häufig liegt dem Diabetes mellitus Typ 2 eine ungesunde Ernährungsweise zu Grunde – und damit verbunden auch Übergewicht oder Fettleibigkeit. Diabetes mellitus Typ 2 kann lange Zeit ohne Symptome verlaufen und erst durch Spätschäden (s. u.) auf sich aufmerksam machen. Wird der Typ-2-Diabetes rechtzeitig erkannt, kann man den gestörten Glukosestoffwechsel in vielen Fällen noch ohne Medikamente normalisieren. Eine Umstellung der Lebensgewohnheiten ist wichtig
  • Abbau von Übergewicht
  • Viel körperliche Bewegung
  • Ausgewogene, kohlenhydratreduzierte Ernährung

Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt die Blutgefäße, sodass Folgeerkrankungen auftreten können. Zu solchen Spätschäden der Zuckerkrankheit gehören Herzinfarkt, Schlaganfall, Durchblutungsstörungen der Beine und Füße, Störungen der Nierenfunktion und Erektionsstörungen. Durch geschädigte Nerven kann es zu Taubheitsgefühlen und Gefühlsstörungen kommen. Eine weitere Folgeerkrankung ist die Schädigung der Netzhaut. Werden die Gefäße über einen längeren Zeitraum hinweg dauerhaft geschädigt, kann die Durchblutung der Netzhaut gestört sein. Man spricht auch von einer sogenannten diabetischen Retinopathie. Auch dieser Folgeerkrankung kann man vorbeugen, wenn man auf seine Blutzuckerwerte achtet. Durch die Gefäßveränderungen verändert sich der Augenhintergrund und es bilden sich Narben, die zu Sehstörungen bis hin zur Erblindung führen können. 30 Prozent der Erblindungen in Europa gehen auf eine diabetische Retinopathie zurück. Etwa 90 Prozent der Typ-1-Diabetiker und 25 Prozent der Typ-2-Diabetiker erkranken nach 15 Jahren zumindest an einer milden Form der diabetischen Retinopathie. Das Ärzteteam der Augenärzte Gemeinschaftspraxis Ahaus bietet dafür spezielle Diabetes-Sprechstunden an. Wenn Sie möchten, können Sie telefonisch einen Termin mit der Augenpraxis in Ahaus, Gronau oder Lingen vereinbaren. 
See also:
Info
« Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation und     Diabetische Retinopathie »