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Blepharospasmus
Als Blepharospasmus wird ein Krankheitsbild bezeichnet, welches durch unwillkürliche Verkrampfungen der Ringmuskel um die Augen gekennzeichnet ist. Blepharospasmus tritt vorwiegend ab dem mittleren Lebensalter und überwiegend bei Frauen auf. Diese Verkrampfungen können zu einer mimischen Entstellung und zu einer Sehbehinderung durch lang andauernde Kontraktionen führen. Meist beginnt diese Störung einseitig oder einseitig betont. Anfänglich tritt ein häufigerer Lidschlag und ein Fremdkörpergefühl in den Augen auf, welche sich bei emotionaler Belastung, Stress, grellem Sonnenlicht, beim Lesen und Gehen deutlich verschlimmern. Bei wenigen Patienten bessert sich die Symptomatik beim Sprechen oder Gehen.
Als Variante des Blepharospasmus muss die sogenannte Lidöffnungsapraxie oder der Lidöffnungsinhibitionstyp angesehen werden. Die Patienten beklagen, dass die Augen nicht geöffnet werden können oder zufallen. Meist ist die Stirn in Falten gelegt und die Augenbrauen sind hochgezogen um eine Lidöffnung zu ermöglichen. Sind zusätzliche Muskeln im Gesichts- oder Kieferbereich betroffen spricht man vom Meige- oder Brueghel-Syndrom.
Klinisch unterschieden wird der tonische Blepharospasmus (persistierender kräftiger Lidschluss der teilweise auch passiv nicht überwunden werden kann), der klonische Blepharospasmus (repetitiver, kloniformer kräftiger Lidschluss, der mehrere Sekunden anhalten kann) und der palpebralen bzw. prätarsalen Blepharospasmus (s. o. unter Lidöffnungsapraxie, hierbei sind die muskulären Anteile des M. orbicularis oculi auf den Lidern betroffen).
 
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