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0-9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W XY Z

Binokularsehen
Binokularsehen, (binokular = beidäugig), bezeichnet die Fähigkeit mit beiden Augen gleichzeitig auf dieselbe Stelle zu schauen und die zwei von den beiden Augen gelieferten Bildern zu einem räumlichen Gesamtbild zusammenzufügen. Dafür muss das Bild eines betrachteten Punktes in beiden Augen auf der Netzhautmitte abgebildet werden. 
Es werden drei Formen von Binokularfunktionen unterschieden.
Simultansehen
Wenn gleichzeitig die Seheindrücke beider Augen wahrgenommen werden, spricht man vom Simultansehen. Eine Qualität des Simultansehens lässt sich  dadurch ausdrücken, wie stabil oder häufig die Seheindrücke gleichzeitig wahrgenommen werden. Bei angeborenen Schielerkrankungen zum Beispiel wird in der Regel der Seheindruck des schielenden Auges unterdrückt. Man spricht hierbei auch von der Suppression oder Exklusion der Seheindrücke. Damit soll die Wahrnehmung störender Doppelbilder vermieden werden. In dieser Situation besteht demnach kein Simultansehen.
Fusion
Wenn die beiden getrennt wahrgenommenen Bilder des rechten und linken Auges zu einem einzigen verschmelzen, spricht man von der Fusion. Unterschieden wird zwischen sensorischer Fusion als zentraler Bildverschmelzung und motorischer Fusion, die über die äußeren Augenmuskeln erfolgt. Unterschieldliche Belastungen wird die Fusionsfähigkeit ausgesetzt, beispielsweise schlechter Sehschärfe, latentem Schielen, ungünstigen Lichtverhältnissen oder einem schlechten Allgemeinzustand. Die Grenzen dieser Belastbarkeit, die in den verschiedenen Blickrichtungen unterschiedlich ausgeprägt sind, kann man mit bestimmten Verfahren messen und so Rückschlüsse ziehen, die bei der Beurteilung von Schielerkrankungen oder sensorischer Störungen eine Rolle spielen können.
Stereopsis
Insbesondere im englischen Sprachraum wird das gänzliche Fehlen von räumlichem Sehen als "Stereoblindness" bezeichnet, ein Begriff, der in seiner Übersetzung "Stereoblindheit" in der deutschsprachigen Fachterminologie keine Verwendung findet. Die Qualität des räumlichen Sehens wird in Bogensekunden ausgedrückt. Der Wert eines Normalsichtigen liegt bei etwa 20 Bogensekunden. Voraussetzung für die Wahrnehmung eines räumlichen Seheindrucks ist eine intakte Fusion. Werden die Bilder beider Augen nicht fusioniert, ist auch kein räumliches Sehen möglich.
 
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