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Anomaloskop
Zur Prüfung des Farbsinns wird ein Anomaloskop oder auch Spektralfarbenmischapparat eingesetzt. Es ist ein Optikinstrument, mit dem  Farbsehschwächen diagnostiziert werden können. Es wird u. a. für Eignungsuntersuchungen für Lokführer, Piloten, Polizisten, Bootsführer, Elektriker und andere Berufe verwendet. 
Mit Hilfe des Anomaloskopes kann der sogenannte Anomal-Quotient gemessen werden, der die Abweichung des Farbsehvermögens in Bezug auf das Farbsehvermögen eines Normalsichtigen beschreibt. Der Patient blickt durch das Okular des Gerätes, das vom äußeren Aufbau her einem Mikroskop ähnelt. Er sieht einen mittig halbierten Kreis, der unterschiedliche Farben aufweist. Der obere Halbkreis besteht aus einer Mischung von Grün (Wellenlänge 535 nm) und Rot (Wellenlänge 673 nm), während die untere Hälfte ein echtes Gelb (Wellenlänge 589 nm) zeigt. Mithilfe unterschiedlicher Drehräder kann der Patient nun versuchen die beiden Farben einander anzugleichen. Ziel der Untersuchung ist, dass der Patient nicht nur die Farbe, sondern auch die Intensität der Halbkreise einander angleicht. 
Der Grünschwache (Deuteranomale) wird im oberen Halbkreis zu viel Grün dazugeben, ein Rotschwacher (Protanomaler) wird zu viel rot einstellen. Leidet ein Patient unter einer Farbschwäche, so wird er bei der Untersuchung die Angleichung der beiden Halbkreise lediglich über die Intensität der Farbe vornehmen, da er keine unterschiedlichen Farben erkennt. 
Es gibt außer Anomaloskopen für die Rot-Grün-Beurteilung - die häufigste und unter Sicherheitsaspekten (Ampel, Verkehr) wichtigste - auch Anomaloskope, die die Blau-Sehfähigkeit messen.  Das erste Anomaloskop wurde vom deutschen Augenarzt und Physiologen Willibald A. Nagel (1870-1911) entwickelt.
 
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