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0-9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W XY Z

Amblyopie - Schwachsichtigkeit
Wenn die Sehschärfe eines Auges dauerhaft herabgesetzt ist, ohne dass entsprechende Schäden am Auge sichtbar sind, wird das als Amblyopie, auch Schwachsichtigkeit, bezeichnet. Dabei ist oft die Ursache, dass das Auge aufgrund von anderen Augenerkrankungen das Sehen nicht "erlernt" hat oder dass die Sehinformationen eines Auges vom Gehirn ausgeschaltet werden, beispielsweise beim Schielen. Erfolgreiche Behandlung der Amblyopie kann nur in der Kindheit erfolgen - daher sind Früherkennungsuntersuchungen sehr wichtig.
Es gibt verschiedene Ursachen, gemeinsam ist allen Formen, dass Nervenverbindungen im Gehirn nicht richtig ausgebildet werden. Die häufigste Ursache für die Amblyopie ist das Schielen (Strabismus) eines Auges, es kommt zur Wahrnehmung von Doppelbildern, da die Sehinformationen der beiden Augen aus unterschiedlichen Richtungen kommen. Damit das störende Doppelbild verschwindet, schaltet das Gehirn die Seheindrücke eines der Augen aus.  Hält dieser Zustand über einen längeren Zeitraum an, so wird das betroffene Auge schwachsichtig (amblyop), während auf dem führenden Auge eine Normalsichtigkeit bestehen bleibt.  
Bei bestimmten Augenkrankheiten, die mit einer Behinderung des Sehens eines Auges einhergehen, entsteht auch oftmals eine Amblyopie (Deprivationsamblyopie). Ursächliche Erkrankungen können beispielsweise eine Trübung der Augenlinse (Grauer Star), eine Hornhauttrübung oder ein herabhängendes Oberlid (Ptosis) sein. Durch die mangelhaften oder fehlenden Sehreize auf der Netzhaut "lernt" das Auge das Sehen nicht richtig, und die entsprechenden Nervenverbindungen werden nicht angelegt. 
Bei einer stärkeren Fehlsichtigkeit, also einer Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder bei Astigmatismus (Stabsichtigkeit, so genannte Hornhautverkrümmung), kann es ebenfalls zu einer Amblyopie (Refraktionsamblyopie) kommen. Das von der Netzhaut empfangene Bild der Außenwelt ist unscharf, und das richtige Sehen wird nicht genügend trainiert.
Das führt dazu, dass das betroffene Auge eine herabgesetzte Sehschärfe besitzt. Das Sehen kann in einigen Fällen nur mäßig verschlechtert sein, oft zeigt sich jedoch eine erhebliche Sehminderung des Auges bis hin zur einseitigen Blindheit. Räumliches Sehen ist nicht mehr möglich. Eine Amblyopie kann auch beidseitig auftreten. In den meisten Fällen ist dies dann durch eine beidseitige hochgradige Fehlsichtigkeit (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Stabsichtigkeit) bedingt. Das Sehvermögen ist entsprechend auf beiden Augen herabgesetzt.
Ein Sehtest bringt die Schwachsichtigkeit zutage. Dann werden die Augen betrachtet, auch der Augenhintergrund wird unter Vergrößerung beurteilt. Verschiedene Untersuchungen auf Schielen werden durchgeführt, z. B. die Überprüfung der Hornhautspiegelung von Lichtern, die Prüfung der Beweglichkeit und des Zusammenspiels beider Augen sowie der Abdecktest. Mit einem Spezialinstrument wird eine weitere Untersuchung durchgeführt (Skiaskopie).
Da die Amblyopie ab einem gewissen Alter nicht mehr behandelt werden kann, ist es wichtig, Untersuchungen zur Früherkennung der Erkrankung durchzuführen. Die Vorsorge, Untersuchung und Behandlung der Amblyopie führt das Ärzteteam der Augenärzte Gemeinschaftspraxis Ahaus durch. Mit etwa fünf Prozent der Bevölkerung ist die Amblyopie eine recht häufige Augenerkrankung. Eine Erstuntersuchung sollte im Alter von sechs bis acht Wochen erfolgen, bei Auffälligkeiten bereits früher. Eine genaue Untersuchung unter anderem auf Amblyopie und Schielen sollte bei Kindern, die ein erhöhtes Risiko haben (z. B. bei Schielen in der Familie), nach einem halben bis einem Jahr vorgenommen werden. Eine weitere Untersuchung bei allen Kindern empfiehlt sich in einem Alter um drei Jahre.
Die Therapie muss so früh wie möglich beginnen, da die Erfolgsaussichten mit zunehmendem Lebensalter abnehmen. Vom zehnten bis zwölften Lebensjahr an ist eine Amblyopie in der Regel nicht mehr behandelbar, und die herabgesetzte Sehschärfe bleibt dauerhaft bestehen. Andererseits kann ab diesem Alter aber auch keine neue Amblyopie entstehen und sich keine bestehende Amblyopie weiter verschlechtern. In der Regel sollte eine Amblyopiebehandlung bis etwa zur Pubertät durchgeführt werden. 
Durch zeitweises Abdecken des betroffenen Auges (Okklusion, Okklusionsbehandlung) erfolgt bei der Schielamblyopie die Behandlung. Das bessere Auge wird abgedeckt, das Sehen wird mit dem anderen Auge "trainiert". Zusätzlich wird oft für kürzere Zeit auch das amblyope Auge abgedeckt, damit nicht noch auf dem anderen Auge eine Schwachsichtigkeit entsteht. Später wird dann bei den meisten Patienten eine Schieloperation durchgeführt. In manchen Fällen kann bei sich entwickelnder mäßiger Amblyopie auch eine Behandlung mit Augentropfen helfen: auf das bessere Auge werden in regelmäßigen Abständen Augentropfen zur Pupillenerweiterung gegeben, damit zeitweise auf diesem Auge schlechter gesehen wird.
Ist nur eine Fehlsichtigkeit (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Stabsichtigkeit) die Ursache für die Amblyopie, so muss eine Korrektur durch eine Brille (beziehungsweise Kontaktlinsen) erfolgen. Durch die richtigen Gläser kann wieder ein scharfes Bild der Umwelt auf der Netzhaut entstehen. Eine entsprechende Brille kann schon in sehr jungem Alter angepasst werden, um eine Schwachsichtigkeit zu verhindern. 
Ist für die Amblyopie eine organische Veränderung Ursache, so muss diese behandelt werden. Ein kindlicher Grauer Star (Katarakt) wird beispielsweise durch eine Katarakt-Operation beseitigt, bei der die getrübte Augenlinse entfernt und durch eine klare Kunstlinse ersetzt wird. Ein herabhängendes Oberlid (Ptosis) wird im Kindesalter in der Regel ebenfalls durch eine Operation behandelt.
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