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Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)
Wenn das Lesen und das Autofahren ohne Sehhilfe nicht mehr möglich ist, liegt vermutlich die altersabhängige Makuladegeneration (AMD), eine Sehstörung, bei der zunehmend das zentrale, also das scharfe Sehen beeinträchtig ist, vor. Sie führt im Endstadium nicht zur Erblindung, auch die Orientierung im Raum bleibt erhalten.
Es werden zwei Formen altersabhängiger Makuladegeneration unterschieden:
  • die häufigere trockene und langsam fortschreitende Makuladegeneration, sie betrifft etwa 85 Prozent der Fälle, es kommt zu einer landkartenähnlichen (geographischen) Atrophie des Pigmentepithels der Retina. 
  • die feuchte, dramatisch verlaufende Form, sie betrifft etwa 15 Prozent der Fälle, gekennzeichnet durch die Gefäßneubildungen der Aderhaut, Pigmentepithelabhebungen oder eine spezifische Narbenbildung im Bereich der Makula

Mit steigendem Lebensalter nimmt die Häufigkeit der Makuladegeneration zu. Frühformen der AMD findet man bei 35 Prozent der über 75-Jährigen, das Endstadium bei fünf Prozent derselben Altersgruppe. Die Ursache der altersabhängigen Makuladegeneration ist noch nicht eindeutig geklärt.
Vermutlich wird die unter der Makula, also der Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut, gelegene Pigmentschicht im Laufe des Lebens durch Stoffwechselprodukte geschädigt. Es wird vermutet das individuelle Faktoren und genetisch bedingte Anlage dabei eine Rolle spielen. Es gibt Hinweise, dass Arteriosklerose, Bluthochdruck, Rauchen, Lichtexposition (UV) und geringe Serumkonzentrationen von Betakarotinoiden ein erhöhtes Risiko von AMD nach sich ziehen. Bei Menschen mit dunkler Hautfarbe tritt das Endstadium der AMD wesentlich seltener auf. 
Es gibt noch keine Therapie, welche die Krankheit vollständig heilen kann, aber es gibt mittlerweile verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, welche das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen oder sogar aufhalten können. Auf die Auswahl der Therapie ist die Form der Makuladegeneration entscheidend.
Lasertherapie
Bei der feuchten Form werden gezielt mit einem Laser die gebildeten Gefäße verbrannt. Nur sechs Prozent aller Erkrankten sind aber aufgrund der Lage der Gefäßneubildungen für diese Therapie geeignet. Bei der Hälfte der Behandelten bilden sich innerhalb eines Jahrs neue Gefäße, die oft keiner weiteren Laserkoagulation zugänglich sind, weil sie direkt unter der Fovea, dem gelben Fleck im Bereich der Stelle des schärfsten Sehens, liegen. Durch die herkömmliche Laserbehandlung wäre dann die Sehschärfe auf maximal zehn Prozent begrenzt.
Photodynamische Therapie (PDT)
Die photodynamische Therapie (PDT) ist eine alternative Laserbehandlung, die auch die Behandlung von Gefäßneubildungen unterhalb der Fovea erlaubt. Bei der PDT wird ein spezieller Farbstoff in die Armvene gespritzt, der sich fast ausschließlich in der inneren Schicht der neu gebildeten Gefäße anreichert und daher durch die anschließend erfolgende Laserbehandlung mit einem speziellen Laser nur diese Gefäße verschlossen werden und umliegendes Netzhautgewebe geschont werden kann. Allerdings gilt auch für diese Behandlung, dass sie nur für eine Minderheit der Betroffenen mit Makuladegeneration sinnvoll ist.
Medikamentöse Therapie
Bei der Suche nach der Ursache für die Gefäßneubildungen unter der Netzhaut fanden Wissenschaftler als einen entscheidenden Faktor den Botenstoff VEGF (vascular endothelial growth factor). Wirkstoffe wie Ranibizumab und Pegaptanib sowie Bevacizumab, welches eigentlich zur Behandlung von Darm- und Brustkrebs eingesetzt wird, können diesen Botenstoff hemmen. Sie werden mit einer feinen Nadel in den Glaskörper des Auges gespritzt, die Injektionen müssen aber regelmäßig wiederholt werden, da die Wirkung nur eine bestimmte Zeit anhält.
 
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