Augen-Zentrum-Nordwest, Augenklinik am St. Marien-Krankenhaus

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08.10.09

Woche des Sehens 2009

Brille stört - was nun?

Endlich wieder gut sehen - ohne Brille: Im Augen-Zentrum in Ahaus können Fehl- und Altersweitsichtigkeit mit modernen Behandlungsmethoden und -techniken behoben werden. PD

Neue Behandlungsmethoden gegen Fehl- und Altersweitsichtigkeit

Mehr als die Hälfte aller Deutschen haben Sehprobleme. Den meisten von ihnen kann mit einer Brille oder Kontaktlinsen problemlos geholfen werden. Bei Umfragen haben immerhin ca. 2,7 Millionen Menschen angegeben, mit ihrer Sehhilfe Probleme zu haben. Es erstaunt daher nicht, dass die Aussicht auf ein Leben ohne Brille viele Menschen fasziniert.

Lasik
Die Refraktive Chirurgie, d.h. die operative Behandlung von Sehfehlern, hat in den letzten zehn Jahren weltweit einen Boom erlebt. „Hier hat sich im letzten Jahrzehnt die LASIK durchgesetzt“, so Dr. Stefanie Schmickler, Augenärztin aus Ahaus. Bei der LASIK wird eine ca. nur 0,13 mm dünne Hornhautlamelle (Flap) mit einem automatischen Mikrokeratom (Messerchen) eingeschnitten und wie ein Deckel zur Seite geklappt. Anschließend wird vom darunter liegenden Hornhautgewebe mit dem Excimer-Laser – computergesteuert und individuell berechnet – eine dünne Hornhautschicht entsprechend der Ausgangsfehlsichtigkeit des Patienten abgetragen. Danach wird der Flap wieder zurückgeklappt.

Der Vorteil dieses Verfahrens liegt in der postoperativen Schmerzfreiheit und einer völlig fehlenden Narbenbildung. Die meisten Patienten sehen am Tag nach der Operation ohne Brille bereits so gut, dass sie selber mit ihrem Auto nach Hause fahren dürfen. Moderne Excimer-Laser sorgen für eine sehr hohe Präzision des Operationsergebnisses.

Multifokallinse

Die Altersweitsichtigkeit beruht auf der nachlassenden Elastizität der menschlichen Linse im Auge. Die Linse kann sich mit dem 40. bis 45. Lebensjahr nicht mehr ausreichend krümmen, um sich auf nahe Dinge einzustellen. Dies macht dann das Tragen einer Lesebrille erforderlich. Somit sind alle Menschen – früher oder später – von einer Lesebrille betroffen. Viele Menschen tragen daher eine Gleitsichtbrille, um nicht ständig auf eine Lesebrille wechseln zu müssen.

Dank sogenannter Multifokallinsen, die in das Auge eingepflanzt werden, steht aber ein Operationsverfahren zur Verfügung, bei dem neben der Fehlsichtigkeit in der Ferne auch die Altersweitsichtigkeit mit korrigiert werden kann. Eine Multifokallinse ist eine künstliche Mehrstärkenlinse, die in die Hinterkammer des Auges nach Entfernung der körpereigenen Linse platziert wird, um die Fehlsichtigkeit auszugleichen.

Keine Brille mehr
Eine Lesebrille für normale Zeitungsschrift ist nach einer Multifokallinsenimplantation in der Regel nicht mehr erforderlich, da die Multifokallinse ein scharfes Bild in der Nähe und auch in der Ferne liefert.Gleitsichtbrillen sind entbehrlich nach einer Multifokallinsenimplantation. Bei der Multifokallinse handelt es sich somit um eine „all in one“-Operationstechnik, bei der Fehlsichtigkeit als auch Altersweitsichtigkeit zusammen korrigiert werden. „Allerdings ist bei der Multifokallinse die endgültige Stabilität erst nach mehreren Wochen erreicht“, so Dr. Olaf Cartsburg vom Augen-Zentrum-Ahaus, „da sich das Gehirn an die Linse gewöhnen muss“. Der Linsenaustausch bei klarer Linse, die „clear lens extraction“ mit Einsetzen einer Multifokallinse muss privat gezahlt werden. Die Kosten pro Auge liegen nicht unter 2000,00.

Maculadegeneration
Die altersabhängige Macula- degeneration (AMD) ist die häufigste Ursache für einen ausgeprägten Verlust des Sehvermögens und Erblindung im Sinne des Gesetzes bei Patienten über 50 Jahren in der westlichen Welt. Bekannt ist, dass die Entstehung der AMD im Alter stark ansteigt. Bei der AMD wird eine trockene Form von einer feuchten unterschieden. „Galt früher die trockene Maculadegeneration als die harmlosere Variante“, so Prof. Dr. Christoph Althaus vom Augen-Zentrum-Ahaus, „gibt es für die feuchte Macula Degeneration neuerdings erfolgversprechende Therapiestrategien“.

Ein Übergang von der trockenen in eine feuchte Form der AMD ist möglich. Seit einiger Zeit ist das Lucentis auf dem deutschen Markt zugelassen. Lucentis ist eine Substanz, die nach Einspritzung in das Auge (intravitreale Medikamenteneingabe) die Netzhaut durchdringt.

Augenlicht

Durchschnittlich rechnet man mit 5 Einspritzungen pro Jahr. Eine AMD wird beim Augenarzt durch eine Netzhautuntersuchung diagnostiziert. Hierfür muss die Pupille medikamentös erweitert werden. Patienten mit AMD können jetzt Hoffnung haben, ihr Augenlicht zu erhalten.

Bericht in der Münsterlandzeitung, 08.10.2009

 


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