Augen-Zentrum-Nordwest, Augenklinik am St. Marien-Krankenhaus

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11.03.10

Fortbildung im Augen-Zentrum-Ahaus unter deutsch-niederländischer Beteiligung

Schielen auch noch im höheren Lebensalter operabel

Großen Anklag fand die Fortbildung zum Thema „Augenfehlstellung“ (=Schielen) im Augen-Zentrum-Ahaus unter der Leitung von Prof. Dr. Walter Rüssmann und Dr. Monika Kimmig

Den mittlerweile VIII. Workshop zur Behandlung und operativen Therapie des Schielens richtete das Augen-Zentrum-Ahaus aus.  Der Referent Prof. Dr. Walter Rüssmann aus Köln kam zum wiederholten Male und beeindruckte die rund 50 Teilnehmer aus Westfalen, dem Rheinland, Niedersachsen und erstmals auch aus der Region Gelderland, Niederlande, durch seinen Reichtum an interessanten Fotos, Videos und Therapieempfehlungen beim angeborenen als auch erworbenen Schielen. Ein Schielen ist dann erworben, wenn es im Laufe des Lebens z.B. durch einen Schlaganfall oder einen Hirn-Tumor erstmals auftritt. Unterstützt wurde er bei der Tagung durch die Ahauser Augenchirurgin Dr. Monika Kimmig, die über Störungen der Pupille referierte. Dr. Stefanie Schmickler, die die Veranstaltung moderierte, sagte zu Beginn „Schielen ist kein kosmetisches Problem, viele Menschen wissen nicht, dass man eine Augenfehlstellung auch noch später im Leben operieren kann“. Im Augen-Zentrum-Ahaus werden Schiel-Operationen ambulant als auch stationär durchgeführt. Die Entscheidung, ob der Patient nach der  Schiel-Operation in der Augenklinik am St. Marien Krankenhaus übernachtet oder nicht, hängt davon ab, wie viele Augenmuskeln operiert werden müssen. Eine Schiel-Operation greift in gewisser Weise in das Gleichgewicht des Patienten ein, weshalb nicht selten am ersten Tag nach der Operation Übelkeit mit Erbrechen vorliegen können. Am zweiten bzw. dritten Tag nach der Operation hat sich das Gehirn dann an die veränderte Augenstellung gewöhnt, so dass sich der operierte Patient wieder wohl fühlt. Interessant war in der Diskussion unter den Augenärzten und Orthoptistinnen auch das teilweise unterschiedliche Vorgehen in der Behandlung in den Niederlanden. Die Augenärzte Gemeinschaftspraxis vom Domhof in Ahaus betreut seit fast drei Jahren das Königin-Beatrix-Regionalkrankenhaus in Winterswijk. Patienten mit komplizierten Augenoperationen wie Netzhautablösung, Hornhautverpflanzung und Grüne-Star-Operationen haben seitdem die Möglichkeit, sich von den Ahauser Augenärzten im St. Marien Krankenhaus oder Augen-Zentrum-Ahaus operieren zu lassen und müssen hierfür nicht mehr in das zwei Autostunden entfernte Nijmwegen. Somit haben die Ahauser Augenärzte mehr Kontakte zu niederländischen Kollegen geknüpft und leben den Euregio-Gedanken tagtäglich im Berufsalltag. Die von der Ärztekammer zertifizierte Ein-Tages-Fortbildung wurde mit einem Rundgang durch das moderne Augen-Zentrum-Ahaus mit der Leitung Wiltrud Riepe und Kathrin van de Maat erfolgreich beendet. Die gegenseitige Einladung zu Fortbildungen auch über die Grenze soll fortgeführt werden.


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