Augen-Zentrum-Nordwest, Augenklinik am St. Marien-Krankenhaus

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29.11.10

Dr. Stefanie Schmickler hielt Vortrag in Brüssel

Thema: Premium-Linsen im Rahmen der Grauen-Star-Operation

Premium-Linse

Auf Einladung der Belgischen Ophthalmologischen Gesellschaft ("Academia Ophthalmologica Belgica")  hat die Ahauser Augenärztin Dr. Stefanie Schmickler von der Augenärzte Gemeinschaftspraxis am Domhof am vergangenen Freitag in Brüssel referiert. Den Schwerpunkt hierbei bildeten Premiumlinsen, die im Rahmen der Grauen Star Chirurgie zur Anwendung kommen. Hierbei handelt es sich um Intraokularlinsen,  die mehr Komfort als Standardlinsen bieten. Insbesondere referierte Dr. Schmickler über Multifokallinsen, die ähnlich einer Gleitsichtbrille im Auge wirken. Bereits zur Jahresmitte war Dr. Schmickler von dem Magazin "Focus" zu diesem Thema befragt worden. Es freut das Kollegenteam von Augenärzte Gemeinschaftspraxis und Augen-Zentrum-Ahaus besonders,  weiterhin auch  internationale Anerkennung zu erhalten.

Welche Kunstlinsen gibt es?

Die Standardlinse

Intraokularlinsen bestehen heutzutage meist aus einem weichem Kunststoffmaterial, so genanntem hydrophoben Acrylat, das sich durch besondere optische Eigenschaften und eine sehr gute Verträglichkeit auszeichnet. Sie enthalten grundsätzlich einen zusätzlichen UV-Filter. Während der Operation wird die Linse im gefalteten Zustand in das Augeninnere eingeschoben, wodurch der Schnitt sehr klein gehalten werden kann.

Die Linsenstärke wird für jeden Patienten individuell berechnet, so dass er nach der Operation in einem Bereich – Ferne oder Nähe – häufig auch ohne Brille scharf sehen kann.

Darüberhinaus gibt es Kunstlinsen, die mehr als die Standardlinse bieten. Sie heißen in der Fachsprache "Premiumlinsen" und gehören nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Das bedeutet, wenn sich ein Patient für eine der folgenden Linsen entscheidet, muss er die gesamte Operation des Grauen Stars selber kostenmäßig tragen. Bei Privatversicherten übernimmt die Privatversicherung in der Regel die vollen Kosten.

Die Intraokularlinse mit Blaulicht-Blocker/-Filter

Mit zunehmendem Alter entwickelt die natürliche Linse bestimmte Linsenpigmente, die die Netzhaut vor dem schädlichen blauen Licht draußen schützen. Nach der Entfernung der natürlichen Linse des Auges ist es wichtig, diesen Schutzfilter aufrechtzuerhalten, um das Risiko der Entstehung oder Verschlechterung der altersabhängigen Makuladegeneration (= AMD) zu senken. Gerade bei Patienten, deren Augen bereits Frühformen einer Makuladegeneration aufweisen, empfiehlt sich somit die Implantation einer Intraokularlinse, die einen Blau-Blocker enthält und somit die Netzhaut vor den gefährlichen Lichtstrahlen schützt. Eine Garantie, daß nach Implantation einer Blaulichtfilter-Linse keine oder weniger Makuladegeneration auftritt, kann noch nicht gegeben werden.

 

Durch eine sogenannte asphärische Oberflächengestaltung der Intraokularlinse – ähnlich den ashpärischen Brillengläsern - wird die Qualität des Kontrastsehens nach der Operation verbessert. Diese Linsen verfügen über Abbildungseigenschaften ähnlich der jugendlichen Linse. Dadurch kann ein besseres Sehvermögen bei Dämmerung, verminderte Blendungsempfindlichkeit sowie ein besseres Nachtsehen und Kontrastsehen erreicht werden.

Die Multifokallinse

Für Cataract-Patienten, die postoperativ sowohl auf Fern- als auch auf Lesebrille verzichten wollen, ist die Implantation einer Mulitfokallinse der modernsten Generation eine echte Alternative. Multifokallinsen erzeugen einen Fern- und Nahbrennpunkt und versprechen somit eine scharfe Sicht für Ferne und Nähe. In klinischen Untersuchungen waren dank der sogenannten Multifokallinsen-Technologie 80% der Patienten nach beidseitiger Implantation völlig unabhängig von einer Brille. In allen anderen Fällen war nur noch eine leichte Brillenunterstützung in Form einer Lesebrille für sehr kleine Schriften notwendig. Darüberhinaus bietet die Linse ein ähnlich gutes Kontrastsehen wie die Monofokallinsen und eine geringe Blendempfindlichkeit im Vergleich zu den älteren Multifokallinsen-Modellen.

Die Torische Linse

Hierbei wird in einer Standard-Kataraktoperation eine Intraokularlinse aus Acryl mit asphärischer und torischer Optik implantiert. Durch die asphärische Optik werden Abbildungsfehler der Hornhaut korrigiert. Zusätzlich kann durch den in die Linse integrierten Torus eine bereits bestehende Hornhautverkrümmung kompensiert werden. Diese Intraokularlinse hat selbstverständlich einen UV-Filter sowie einen Blaulichtfilter zum Schutz der Netzhaut vor den kurzwelligen energiereichen Lichtstrahlen. Die Implantation erfolgt nach einem standardisierten Verfahren mittels eines Injektors. Mit diesem wir die Kunstlinse (Intraokularlinse) im Kleinschnittverfahren ins Auge implantiert. Es besteht bei der Implantation dieser Linse kein höheres Risiko als bei einer Operation des Grauen Stars mittels einer Standardlinse.


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