Augen-Zentrum-Nordwest, Augenklinik am St. Marien-Krankenhaus

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26.10.09

Diabetische Augenerkrankungen

Schleichende Gefahr für das Augenlicht

Erhöhte Blutzuckerwerte können auf Dauer das Sehvermögen kosten. Die Schäden am Auge entwickeln sich langsam und verursachen im Frühstadium meist keine Sehprobleme. Doch gerade anfangs können Augenärzte in der Regel noch sehr erfolgreich in den Krankheitsverlauf eingreifen.

Zu hohe Blutzuckerwerte lösen im Körper biochemische Prozesse aus, die das Gefäßsystem in vielen Organen schädigen. Das Auge ist am häufigsten betroffen. Feinste Adern, die die Netzhaut (Retina) ernähren und mit Blut versorgen, durchziehen das Auge. Durch den erhöhten Zuckerspiegel können die feinen Äderchen verstopfen. In der Folge wird die Netzhaut nicht mehr ausreichend durchblutet. Sehzellen verlieren ihre Funktion, und es bilden sich Gefäßauswucherungen, die das Sehvermögen beeinträchtigen. Außerdem können die Gefäße porös werden oder platzen, so dass Blut in das Gewebe tritt.

Wie machen sich Veränderungen bemerkbar?

Ist die Mitte der Netzhaut, die so genannte Makula, betroffen, kann sich dies in einer verschleierten oder verzerrten Sicht äußern. Typisch für die diabetische Retinopathie ist auch die Wahrnehmung „blinder Flecken“ im Sehfeld. Ein plötzlicher Bluterguss im Auge kann dazu führen, dass fast kein Licht mehr auf die Netzhaut trifft. Es kommt zu einer akuten, erheblichen Sehverschlechterung. Solche Blutergüsse können sich zwar wieder auflösen, doch ohne Behandlung kann es immer wieder nachbluten.

Wie kann man Schäden verhindern?

Die Veränderung der Gefäße im Auge ist ein schleichender Prozess. Betroffene nehmen ihn meist erst wahr, wenn Metamorphopsien (d.h. Linien werden nicht mehr als „gerade“ sondern „geschlängelt“ gesehen) oder Flecken auftauchen oder die akute Sehverschlechterung eintritt. Doch zu diesem Zeitpunkt sind die Sinneszellen bereits irreparabel geschädigt. Wie bei vielen anderen schweren Erkrankungen lautet die Devise deshalb Früherkennung. Mit speziellen Untersuchungsverfahren kann der Augenarzt die Veränderungen an den Gefäßen bereits im Anfangsstadium erkennen und drohende Folgeschäden mit einer entsprechenden Therapie verhindern. Ist die Diagnose Diabetes einmal gestellt, sollte man die Untersuchung beim Augenarzt deshalb nicht aufschieben.

Welche Untersuchungen sind sinnvoll?

Wichtigste Maßnahme beim Augenarzt ist die Untersuchung des Augenhintergrundes mit Netzhaut und Makula. Verschiedene diagnostische Verfahren stehen zur Verfügung. Bei einer Untersuchungsart werden die Pupillen mit speziellen Tropfen erweitert, so dass der Augenarzt mit speziellen Optiken ausreichend Sicht auf die Netzhaut hat und den Zustand der Gefäße sowie der Netzhaut und des Glaskörpers beurteilen kann. Bei Risikopatienten oder wenn sich der Verdacht auf bereits bestehende Veränderungen erhärtet, empfiehlt der Augenarzt eventuell eine Fluoreszenzangiografie. Dieses Verfahren ist der Goldstandard in der Früherkennung und Diagnostik von diabetischen Netzhauterkrankungen. Für die Untersuchung wird ein Farbstoff in eine Armvene injiziert, der sich im Körper verteilt und die Gefäße der Netzhaut mit Hilfe eines Filters sichtbar macht. Die Netzhaut wird mit einer Kamera aufgenommen und kann sicher beurteilt werden.

Wie kann man diabetische Netzhauterkrankungen behandeln?

Blutungen im Auge können mit dem Laser ambulant behandelt werden. Gegen Schwellungen und Gefäßwucherungen im Bereich der Makula können Augenärzte heute auch mit speziellen Medikamenten vorgehen. Die Wirkstoffe, die sich auch bei altersbedingten Veränderungen der Makula (AMD) bewährt haben, können den Krankheitsprozess aufhalten und das Sehvermögen manchmal sogar wieder verbessern. Unter sterilen OP-Bedingungen bringt der Augenarzt die Medikamente mit einer Spritze direkt in das Auge.

Trotz und mit Diabetes dauerhaft gut sehen

Je früher der Augenarzt die Gefäßveränderungen in der Netzhaut entdeckt desto erfolgreicher und sanfter sind die Therapien. Die regelmäßige Kontrolle beim Augenarzt sollte man deshalb nicht als lästige Pflicht, sondern als Chance verstehen, trotz und mit Diabetes dauerhaft gut Sehen zu können. Darüber hinaus können Diabetiker natürlich auch selbst einiges für eine ungetrübte Sehfunktion tun:

  • Viel Bewegen. „Leichte“ Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Walken oder Wandern senken den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel.
  • Gewissenhaft die Medikamente zur Einstellung des Stoffwechsels nehmen.
  • Nicht rauchen. Rauchen stellt eine zusätzliche Gefahr für die Gefäße dar.
  • Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Fisch wirkt Gefäßveränderungen entgegen.

Am 05.11.2009 findet um19:30 Uhr im Augen-Zentrum-Ahaus eine Informationsveranstaltung zum Theme "Diabetes" statt. Dr. Cartsburg referiert über die Ursache und Therapie bei diabetischen Netzhauterkrankungen.

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