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28.02.11
Augenheilkunde von A bis ZAugenärzte bilden sich im Augen-Zentrum-Ahaus fortAn die 70 Augenärzte trafen sich auf Einladung des Augen-Zentrum-Ahaus, um sich über neue Aspekte bei bestimmten Augenerkrankungen zu informieren. Moderiert wurde die Tagung in bewährter Weise durch Prof. Dr. Christoph Althaus aus Ahaus. Zunächst referierte Dr. Sebastian Ober aus Nürnberg über seine Technik der Schlupflid-Operation, die zu den Schönheitsoperationen gehört und daher grundsätzlich eine Selbstzahlerleistung ist. Aus Köln reiste Dr. Georg Gerten an, um einen Überblick über die Behandlungsalternativen bei der Korrektur der Altersweitsichtigkeit zu geben. Hierbei hat sich bisher weiterhin nur die Multifokallinse, die im Rahmen einer Star-Operation in das Auge eingepflanzt wird, bewährt. Da die Multifokallinse nachts bei Gegenlicht vermehrte Blendungserscheinungen verursacht, ist diese Kunstlinse keine Linse für Jedermann. Am meisten wurde über das Thema "Winkelfehlsichtigkeit" diskutiert. Hierzu referierte in bewährter Weise Prof. Dr. Walter Rüßmann, ebenfalls aus Köln. Die Winkelfehlsichtigkeit wird von Optikern/ Optometristen häufig bei Kindern mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS), beides eventuell verbunden mit fein- oder grobmotorischen Störungen, diagnostiziert. In der Augenmedizin ist dieser Begriff nicht bekannt und deckt sich ehesten mit dem versteckten Schielen. Für die Diagnostik wendet der Optometrist/Augenoptiker die „Mess- und Korrektionsmethodik nach H.-J. Haase“ (MKH) an. Die Konsequenz ist, dass die Kinder eine Brille mit Prismengläser, die in der Folge weiter verstärkt werden muss, erhalten. Hierunter entwickeln die Kinder dann sehr häufig einen Schielwinkel, der letztendlich operiert werden muss. "Augenärzte sind nicht grundsätzlich bei Kindern gegen Prismenbrillen", so Prof. Rüßmann, "nur muss zunächst aber bei Kindern in Pupillenweitstellung festgestellt werden, welche Fehlsichtigkeit vorliegt" . Häufig ist eine Prismenbrille bei Vollausgleich der Fehlsichtigkeit unnötig und die Gefahr das Hineinsteigern in einen Schielwinkel ist von vornherein ausgeschlossen. Tipps zum Anpassen von Kontaktlinsen bei schweren Erkrankungen der Hornhaut gaben aus ihren reichlichen Erfahrungen der Düsseldorfer Optiker Jürgen Haußer und aus der Augenpraxis vom Domhof Natascha Wilpers. Aus dem Augen-Zentrum zeigte Prof. Althaus interessante Operationsfilme zu einer speziellen Hornhautverpflanzungstechnik, bei der nur die innerste Hornhautschicht transplantiert wird. Hierfür hatten die Augenärzte vom Domhof 2009 in den USA einen Oscar erhalten. Dr. Olaf Cartsburg wies in seinem Vortrag auf die aktuelle Behandlung bei Gefäßverschlüssen am Auge mit einem in das Auge zu spritzende Cortisonpräparat, das Ozurdex®, hin. "Es ist erstaunlich", so Dr. Cartsburg, "wie gut sich auch noch nach Wochen mit dem Ozurdex® die Sehschärfe bei einigen Patienten verbessern kann". Wie wichtig die Kombination der neueren Untersuchungsmethoden HRT und GDX beim Glaukom sein kann, demonstrierte die Biochemikerin und angehende Augenärztin Dr. Tanja Herckelrath. Nur durch die ergänzende Untersuchung konnte bei einem Patienten festgestellt werden, dass die Glaukomeinstellung verstärkt werden mußte, um Gesichtsfeldausfälle zu vermeiden. Dr. Stefanie Schmickler beendete die Tagung mit der Publikation der Operationsdaten der Ahauser Augenärzte vom Domhof, die im Gegensatz zu vielen anderen Kliniken auf gleich hohem Niveau operieren. "In 2010 sind über 90% unserer operierten Patienten", so Dr. Schmickler, "innerhalb +/- einer halben Dioptrien nach Star-Operation herausgekommen, d.h. ein Sehen ohne Brille in der Ferne ist möglich". Diese Daten waren von einem unabhängigen Epidemiologen mit Hilfe der Datenbank MONIKA im Klinikenverbund OcuNet ausgewertet worden. |







