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15.11.10
Ahauser Frauenpower in Äthiopien
Team vom Augen-Zentrum-Ahaus brachte Augenklinik in Äthiopien wieder ans Laufen
 Vor der Augenklinik in Äthiopien (v.l.n.r.: Dr. Stefanie Schmickler, Dr. Mulu, Schwester Mechthild te Pas, Katharina Schmickler, Anna te Pas)  Anna te Pas und Katharina Schmickler beim Verbinden eines Patienten am Ende der Augen-Operation (v.l.n.r.)  Mechthild te Pas hilft Dr. Stefanie Schmickler bei der Untersuchung eines kleinen Mädchens (v.l.n.r.)  Dr. Schmickler zeigt der äthiopischen Augenärztin Frau Dr. Mulu eine spezielle Operationstechnik, Schwester Mechthild te Pas assistiert  Der glückliche Miphta Jamaal Amin nach geglückter Star-Operation in der Augenklinik Chiro   
Im Februar 2009 hatte das Augenärztenetzwerk OcuNet, dem das Augen-Zentrum-Ahaus, die Augenklinik am St. Marien Krankenhaus, angehört, in Kooperation mit der Christoffel -Blindenmission in Chiro (Ähtiopien) eine Augenklinik eröffnet. Ziel war und ist es, dass die Augenklinik mit äthiopischen Mitarbeitern auf Dauer alleine läuft und immer wieder durch deutsche Teams geschult wird. In den jetzigen Herbstferien fuhren Dr. Stefanie Schmickler (Ahaus) und ihre Op-Schwester Mechthild te Pas (Stadtlohn) mit ihren Töchtern Katharina und Anna in die Augenklinik in Chiro, 350km östlich von Addis Abeba. Bestanden alle deutschen Teams in der Vergangenheit zum Großteil aus männlichen Personen, so liessen sich jetzt erstmals nur Frauen auf dieses Abenteuer ein.
Begleitet beim Eintreffen in der Augenklinik Chiro wurden Dr. Schmickler mit Katharina und Mechthild Te Pas mit Anna von Frau Dr. Mulu, der augenärztlichen Koordinatorin der 19 Augenkliniken Äthiopiens, die von der Christoffel-Blindenmission verwaltet werden. Beim Eintreffen in der Klinik stellten wir fest, dass der verantwortliche Arzt aufgrund eines Trauerfalls nicht anwesend und das OP-Team durch viel Personalwechsel in letzter Zeit noch weitgehend unerfahren war. Das Team vom Augen-Zentrum-Ahaus begann vor neuen Mitarbeitern zunächst mit einer Schulung über Hygiene im Op und Techniken der Grauen Star Operation. Zudem musste der Ambulanzbetrieb versorgt werden. „Überwiegend kamen Patienten aufgrund von Sehverschlechterung aufgrund eines Grauen Stars, eines Grünen Stars oder von Macula Degeneration“, so Dr. Schmickler, „die Freude auf einen baldigen Operationstermin des Grauen Stars war groß“. Am 2. Tag begannen Dr. Schmickler und Dr. Mulu mit Schwester Mechthild, Katharina und Anna mit dem Operationsbetrieb. „Die OP-Siebe mussten erst einmal geordnet werden,“ so erinnert sich Mechthild Te Pas „bevor wir mit dem Operationsbetrieb endlich loslegen konnten“. Hierbei wurde eine neu eingestellte äthiopische Mitarbeiterin von Schwester Mechthild liebevoll in den Augen-OP eingewiesen. Ohne die Mithilfe der Töchter Katharina und Anna, die für diesen humanitären Einsatz eine Woche ihrer Sommerferien für die Einarbeitung im Augen-Zentrum-Ahaus genutzt hatten, wäre ein Arbeiten nicht in Gang gekommen. Sie waren es, die die sterilen Sachmittel anreichten, die Patienten am Ende der Operation verbunden haben und wieder aus dem Op brachten. Wieso eine Händedesinfektion vor einer Operation wichtig ist, dass Kinder in Pupillenweitstellung ausgemessen werden müssen, dass ein 6jähriges Kind mit eiterndem Auge noch am selben Tag in Narkose operiert werden muss – bei diesen Situationen half bei der Vermittlung die Augenärztin Dr. Mulu. Mit unvergleichlicher Zuverlässigkeit und Gründlichkeit hat sie das deutsche Frauenteam in Übersetzung – kaum ein Patient sprach englisch - und Durchsetzung unterstützt. Leider musste sie nach drei Tagen in die Hauptstadt zurück. Der zurückkehrende leitende Arzt stellte fest, dass fünf Frauen seinen Klinikbetrieb ordentlich zum Laufen gebracht hatten.
Dass „eine white doctor with three white sisters“ in der Stadt war, sprach sich schnell herum. Die Ambulanz wurde am dritten Tag dermaßen überlaufen, dass es einem Überfall glich. „Ich habe mich spontan entschlossen, alle Patienten anzuschauen.“, so Dr. Schmickler. „Leider musste ich feststellen, dass wesentliche Untersuchungsgeräte wie ein Gerät zur Bestimmung von Fehlsichtigkeiten fehlte. Nur durch Probieren konnte ich daher einem kleinen Jungen nach Gabe von Augentropfen wieder zum Sehen verhelfen, der eine +10,0 Dioptrien starke Brille benötigte“. Derweil wirkten die deutschen Helfer unter Leitung von Schwester Mechthild tatkräftig im Steri des OPs und sorgten hier für Ordnung und Schulung zur Verbesserung eines flüssigen Arbeitsablaufs.
Im Ort selber wurde das vierköpfige Team abends auf dem Heimweg zur spartanischen Unterkunft in einer Lodge von vielen Einheimischen, die ein Foto von den weißen „sisters“ machen wollten, umzingelt. „Ich fand das zuerst angsterregend“, so Anna, „ aber mit der Zeit habe ich gemerkt, dass die Menschen sich einfach freuen, mit uns in Kontakt zu treten“. Die Freundlichkeit der Patienten und Bevölkerung bleibt dem Ahauser Team wohl unvergesslich in Erinnerung. „Die Freude nach geglückter Operation“, so Katharina, „werde ich wohl bei den vielen schlimmen Erkrankungen, die ich gesehen habe, nie vergessen“.
Wer für das sogenannte Autokeratorefraktometer (Gerät zur Bestimmung von Fehlsichtigkeiten) spenden möchte (für eine Zustellung wird durch den Klinikenverbund OcuNet mit Christoffel- Blindenmission garantiert), kann an Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V., Konto Nr.: 20 20, bei der Bank für Sozialwirtschaft BLZ 370 205 00, Verwendungszweck: A 3930 spenden. Das Augen-Zentrum-Ahaus wird mit der Augenärzte Gemeinschaftspraxis am großen K&K Center nach Übergabe des Gerätes wieder berichten.
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