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26.08.09
Ärztetagung im Augen-Zentrum-Ahaus50 Augenärzte der Region informierten sich in neuer Augenklinik am St. Marien KrankenhausIm Rahmen der traditionellen Musiksommerfortbildung referierte in diesem Jahr Prof. Dr. Walter Rüssmann aus Köln rund um das Schielen. 50 Augenärzte der Region, die auch ihre Orthoptistinnen mitbrachten, folgten über vier Stunden den Ausführungen des renommierten Professors für Schielen und Neuroophthalmologie. Hierbei ging es zunächst um das Diagnostizieren von Schielen im Kindesalter. Nicht immer ist die Diagnose „Schielen“ eindeutig zu stellen, da auch ein breiter Nasenrücken oder eine schräg verlaufende Lidspalte bei Kleinkindern Schielen vortäuschen kann. Es gibt aber auch ein sogenanntes Mikroschielen, das äusserlich kaum auffällt, sich aber durch schlechtes räumliches Sehen diagnostizieren läßt. Leider gehört die augenfachärztliche Untersuchung von Kindern immer noch nicht zu den empfohlenen U1-U8 Untersuchungen bei den Kindern. „Wir sind über die gute Zusammenarbeit mit den Kinderärzten in dieser Region sehr dankbar“, so Dr. Stefanie Schmickler, „hierdurch können wir frühzeitig Schielen und Schwachsichtigkeit erkennen und in Zusammenarbeit mit den Eltern und Kinderarzt viel effektiver behandeln. Das ist hier vorbildlich.“ Kinder sollten bis zum Ende des 2. Lebensjahres dem Augenarzt vorgestellt und in „Pupillenweitstellung“ objektiv ausgemessen werden. Nur durch eine frühe Diagnostik kann eine Schwachsichtigkeit effektiv behandelt werden. Auch die „Winkelfehlsichtigkeit“, die auf der Mess- und Korrektionsmethodik nach Hans-Joachim Haase (MKH) beruht, war Thema der zertifizierten Fortbildung. Der Vorteil dieser Methodik, die vielfach von Ergotherapeuten und Logopäden bei Kindern mit Lese-Recht-Schreibschwäche empfohlen wird, ist bisher nicht belegt. Leider müssen nicht selten Kinder, die aufgrund der MKH-Methodik mit Prismenbrillen behandelt werden, später eine Schiel-Operation erfahren. Dennoch, wenn das Kind die Prismenbrille sucht und sehr gern vom Aufstehen bis zum Schlafengehen trägt, darf sie augenärztlicherseits auch weiterverordnet werden. Aber auch beim Erwachsenen kann sich ein Schielen einstellen, sei es, dass es schon immer „versteckt“ vorgelegen hat und mit steigendem Lebensalter dekompensiert oder durch einen Schlaganfall entstanden ist. Nach einer ausführlichen neurologischen Abklärung steht häufig am Ende die Operation. Die Teilnehmer waren von der Qualität der Fortbildung und dem Referenten überaus begeistert, so dass auch im nächsten Jahr ein weiterer Workshop Schielen stattfinden wird. Im Rahmen der Fortbildung hatten die Augenärzte und Orthoptistinnen die Möglichkeit, das neue Augen-Zentrum-Ahaus mit seinen Op-Räumen zu besichtigen. Sie waren von der hochmodernen Technik und den architektonischen Details der neuen Augenklinik am St. Marien Krankenhaus überaus beeindruckt. Weitere Informationen: www.augen-zentrum-ahaus.de |







