Heilungsprozess verläuft in der Regel rasch und schmerzfrei
Von allen zur Verfügung stehenden Augenlaser-Methoden zur Behebung von Sehfehlern ist die LASIK die am häufigsten angewandte Form. Es gibt aber noch andere Verfahren, mit denen Sehfehler durch den Abtrag von Hornhautgewebe mit dem Excimer Laser korrigiert werden.
Die Methode
Bei der LASIK wird die oberste Hornhautschicht präpariert – mit einem Mikrokeratom, einer Art mechanischem Präzisionsskalpell.
Es entsteht eine hauchdünne Hornhautlamelle (Flap), die zur Seite geklappt wird (Abb. 1). Dann trägt der Laser im darunter liegenden Hornhautgewebe einen vorab exakt berechneten Anteil ab, so dass der Brennpunkt nach der Behandlung genau auf der Netzhaut liegt (Abb. 2). Anschließend wird die Hornhautlamelle wieder zurückgeklappt. Sie haftet von selbst und schützt als körpereigenes Pflaster vollständig die Oberfläche des Auges (Abb. 3).
Der Heilungsprozess verläuft in der Regel rasch und schmerzfrei. Der Patient erreicht schnell die volle Sehkraft.




In einigen Fällen, in denen der Einsatz der Lasik-Methode nicht in Frage kommt, wird die Lasek-Methode angewandt. Bei dieser Behandlung wird die oberflächliche Schicht der Hornhaut (das Epithel) durch eine gewebeaufweichende Flüssigkeit von dem Rest der Hornhaut abgelöst. Die Laserbehandlung erfolgt nun an der freigelegten Hornhautoberfläche. Danach wird das Epithel wieder über die freiliegende Hornhaut gelegt.
Gründe für die Durchführung der Lasek-Methode sind z.B.:
Obwohl das Endergebnis im Vergleich zur Lasik-Methode dasselbe ist, muss bei der Lasek-Methode mit einem verzögerten und schmerzhafteren Heilungsverlauf gerechnet werden. Das ist der Grund, wieso diese Methode von uns nur in speziellen Fällen angewandt wird. Allerdings entspricht der Befund nach einem Monat dem der LASIK Operation. Ab diesem Zeitpunkt gibt es wissenschaftlich keine Nachteile zum LASIK-Verfahren.
Was versteht man unter einer multifokalen Linse?
Eine multifokale Linse ist eine künstliche Mehrstärkenlinse, die in die Hinterkammer des Auges platziert wird, um die Fehlsichtigkeit nach Entfernung der körpereigenen Linse auszugleichen (Abb. 1).
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Es handelt sich bei der Operation um einen intraocularen Eingriff, d. h. das Auge wird eröffnet. Dennoch können die Patienten schon am nächsten Tag den meisten gewohnten Aktivitäten nachgehen. Eine Lesebrille für normale Zeitungsschrift ist nach einer Multifokallinsenimplantation in der Regel nicht mehr erforderlich, da die Multifokallinse ein scharfes Bild in der Nähe und auch in der Ferne liefert. Gleitsichtbrillen sind entbehrlich nach einer Multifokallinsenimplantation.
24 Stunden nach der Operation hat sich das Auge teilweise erholt, und die Sehschärfe ist angestiegen. Allerdings ist bei der Multifokallinse die endgültige Stabilität erst nach mehreren Wochen erreicht, da sich das Gehirn an die Linse gewöhnen muss: Die Multifokallinse sorgt dafür, dass man permanent ein scharfes Bild in der Nähe als auch in der Ferne sehen kann, was die Natur mit der körpereigenen Linse nicht zulässt (Abb. 2a). Mit der menschlichen Linse sieht man entweder in der Ferne scharf und hat das Umfeld in der Nähe unscharf, oder man konzentriert sich auf Dinge in der Nähe, die man dann scharf sieht, und die Bilder in der Ferne sind verschwommen (Abb. 2b).

Abb. 2a: Sehen mit der Mulitfokallinse:
In der Ferne und Nähe gleichzeitig scharf sehen.
Abb.2b: Sehen mit der eigenen Linse:
Es ist entweder nur das Bild in der Nähe oder Ferne scharf.
Nach der Multifokallinsen- implantation gewöhnt sich das Gehirn innerhalb von mehreren Wochen daran, das gerade nicht benötigte Bild zu "unterdrücken". Lästig sind für viele Menschen auch am Anfang nach der Multifokallinsenimplantation bei Gegenlicht Kränze um Lichterquellen bei Gegenlicht (sogenannte Halos = Heiligenschein). Diese rühren daher, dass die Oberfläche der Multifokallinse über schießscheibenartige Ringe mit unterschiedlicher Brechkraft verfügt, an denen das Licht entsprechend gebrochen wird.
Letztendlich muss man sagen, dass es sich bei der Operation der Altersweitsichtigkeit mit Einpflanzung einer Multifokallinse um dieselbe OP-Technik handelt wie bei der Grauen Star-Operation. Die Graue Star-Operation ist wiederum die Operationsart, die in Deutschland allein jährlich über 500.000 mal durchgeführt wird.
Der Unterschied nun zu der Multifokallinsenimplantation besteht darin, dass Patienten, die speziell nach einer Fehlsichtigkeitsoperation fragen, meistens noch über eine klare Linse verfügen. Das macht auch den Unterschied in der Bezahlung:
Beim Grauen Star handelt es sich um eine Krankheit, weshalb diese Operation von den Krankenkassen übernommen wird. Bei der Operation der Altersweitsichtigkeit durch Multifokallinsenimplantation handelt es sich um eine individuelle Gesundheitsleistung, die vom Patienten mit durchschnittlich 2.000 Euro pro Auge selber getragen werden muss.
Ist die Multifokallinse etwas für jedermann?
Nein! Der Patient muss über einen massiven Leidensdruck verfügen. Das bestätigen unsere vielfältigen Erfahrungen aus der Gemeinschaftspraxis in Ahaus, denn nur dadurch wird der Betroffene auch die Nebenwirkungen der Linse akzeptieren. Zu den Nebenwirkungen gehört, dass das Sehen in Ferne als auch Nähe nicht so gestochen scharf sein kann wie mit Brille oder Kontaktlinsen, als der Patient diese noch gut vertrug. Auch werden die Blendeffekte bei Nacht viel schneller von Patienten, die vorher einen ausgeprägten Leidensdruck hatten, nicht mehr wahrgenommen. Jede Implantation bedarf einer grundlegenden gemeinsamen Abstimmung von Ärzteteam und Patient. Aus rein kosmetischen Gründen sind wir zurückhaltend mit der Multifokallinsenimplantation.
Wer ist besonders für Multifokallinsen geeignet?
Multifokallinsen sind Linsen für Menschen, die bereits die Altersweitsichtigkeit haben, d. h. jenseits des 45. Lebensjahres. Sie eignen sich insbesondere für Menschen, die viel Sport treiben, wo eine Brille stört oder bei Menschen, die im Beruf viel mit Blickhebung und -senkung zu tun haben wie Handwerker, Apotheker oder auch Schauspieler.
Und nun noch etwas zum Schluss:
Der Nachstar
Die Risiken der Operation beim Linsenaustausch sind heutzutage gering. Die Gefahr, dass eine Infektion im Auge auftritt, liegt weltweit bei 1:7.000 und der Verlust eines Auges bei 1:15.000. Allerdings stellt sich in 15% der Fälle bis ca. drei Jahre nach Operation ein Nachstar, d. h. ein Zellwachstum auf der hinteren Linsenkapsel ein. Dieses wird heutzutage problemlos und schmerzfrei mit dem YAG-Laser beseitigt, so dass dann wieder eine klare Sicht möglich ist.
Haben Sie Interesse an weiteren Informationen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf! Wir untersuchen und beraten Sie gern!