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15.07.2015

Zukunftstechnologien in Ahaus

Augen-Zentrum-Nordwest beteiligt sich an Forschung zu einem Mikrosensor für den Grünen Star

Als eine von elf Augenkliniken in Deutschland darf das Augen-Zentrum-Nordwest an einer neuen Studie teilnehmen, die Patienten die Messung des Augeninnendrucks beim Grünen Star mit einem Drucksensor-Implantat erleichtern soll. Damit unterstreicht die medizinische Einrichtung ihre Bedeutung in der aktiven Forschung zu innovativen, neuen Behandlungsmethoden. 

Ein drahtloses Handmessgerät wird mit etwas Abstand vor das Auge gehalten, ein Klick – und der Wert des aktuellen Augeninnendrucks erscheint auf dem Display. Für Patienten, die am Grünen Star (Glaukom) leiden, ist das eine deutliche Erleichterung. Denn die tückische Augenerkrankung muss engmaschig kontrolliert werden, damit sich die Sicht nicht weiter verschlechtert. Mit dem neuen Messgerät und dem Drucksenor-Implantat können Erkrankte den Augeninnendruck, der tageszeitlichen Schwankungen unterworfen ist, mehrmals täglich selbst prüfen. 

„Der Augeninnendruck unterliegt tageszeitlichen Schwankungen. Ein exaktes Augeninnendruckprofil, wie es der neue Sensor liefern kann ist ein wichtiger Wert für uns als Augenärzte. Denn der Datensatz liefert entscheidende Informationen über die Behandlungsmöglichkeiten und den Behandlungserfolg der Augendrucksenkung“, so Dr. Olaf Cartsburg, der das Studienteam am Augen-Zentrum-Nordwest leitet. 

Dass das Augen-Zentrum-Nordwest diese und weitere neue Behandlungsmethoden Patienten überhaupt vorstellen kann, sei ein großer Vorteil, betont auch Dr. Stefanie Schmickler. „Wir beteiligen uns aktiv an der Forschung und erfahren deshalb sehr frühzeitig von neuen Behandlungsmöglichkeiten. Davon profitieren unsere Patienten: Sie können früh an neuen Behandlungsverfahren für verschiedenste Augenerkrankungen teilnehmen“, erklärt die Ärztin.

Jede Studie wird durch die Ethikkommission geprüft 

Um an einer Studie teilnehmen zu dürfen, müssen Ärzte und Mitarbeiter sogenannte „Good clinical Practice“-Guidelines zum Schutz der Patienten einhalten und sich regelmäßig schulen lassen. Jede Untersuchung wird von einer Ethikkommission am Universitätsklinikum Münster zunächst kritisch geprüft. Erst wenn ein positives Votum dieses Gremiums vorliegt, darf das Team mit einer Studie beginnen. 

Aktuell vier Studien im Augen-Zentrum-Nordwest

Zurzeit betreut das Augen-Zentrum-Nordwest vier Studien. Neben dem Drucksensor-Implantat zur Augeninnendruckmessung gehört dazu auch eine Studie zum diabetischen Maculaödem und eine neue Behandlung bei altersbedingter feuchter Maculadegeneration. Außerdem untersuchen die Ärzte den Einsatz von sogenannten Intraocularlinsen – Linsenimplantate, die ähnlich wie eine Gleitsicht-Brille funktionieren – bei Operationen des Grauen Stars zur gleichzeitigen Behandlung der Altersweitsichtigkeit. 

Foto: Implandata Ophthalmic Products GmbH