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14.04.2015

Wenn Rheuma ins Auge geht

Bei dem Begriff „Rheuma“ denken viele Menschen an eine Krankheit der älteren Generation. Dies ist nur bedingt richtig, denn auch Kleinkinder, Schulkinder und sogar Säuglinge sind meist betroffen. Rheuma ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die hauptsächlich die Gelenke angreift. Hierbei zerstört das Immunsystem körpereigenes Gewebe im Gelenk. Auch werden andere Organe im Körper von der Krankheit angegriffen die unterschiedliche Beschwerden verursachen. Was viele nicht wissen: Auch das Auge kann bei Rheuma in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die Augeninnenstrukturen sind betroffen

„Bei jungen Menschen sind oftmals die Augeninnenstrukturen betroffen. Hierbei treten unterschiedliche Beschwerden auf, die von Blendeempfindlichkeit bis hin zu Schmerzen und unscharfem Sehen reichen“, so Dr. Olaf Cartsburg vom Augen-Zentrum-Nordwest.  In den Anfangsstadien ist das Auge zwar nicht auffällig gerötet, dennoch ist die Regenbogenhaut stark entzündet.

Zu den typischen rheumatischen Augenentzündungen zählen das Sjögren-Syndrom, die Konjunktivitis, Episkleritis, Skleritis, Keratitis und Uveitis. Die Symptome dieser Erkrankungen sind auch in den Anfangsstadien sofort zu erkennen. In der späteren Phase tritt die Entzündung mit widerkehrenden Schüben auf. Hierbei ist das Auge bereits auffällig gerötet.

Frühzeitige Erkennung wichtig

Um die Krankheit frühzeitig zu erkennen und erfolgreich zu behandeln, ist eine regelmäßige Behandlung und Kontrolle notwendig, da die Störung des Immunsystems in Extremfällen auch zur Erblindung führen kann. Ist das Auge stark gerötet und hält dieser Zustand 48 Stunden an, sollten betroffene umgehend einen Arzt aufsuchen. Kinder, bei denen die rheumatische Erkrankung bereits bekannt ist, sollten regelmäßig zum Augenarzt gehen, da die Augenentzündung im jungen Alter oftmals zu spät erkannt wird.

Folgen

Die Folgen einer rheumatischen Augenentzündung reicht von der Schädigung der Tränendrüse – die unmittelbar zu einem trockenen Auge führt – bis zur Beeinträchtigung der empfindlichen Strukturen innerhalb des Auges. Weitere Folgen können sein: Entrundung der Pupillenöffnung, Trübung der Linse sowie Schwankung des Augeninnendrucks. Bleibt die Entzündung lange Zeit unerkannt, kann dies auch schwerwiegende Folgen auslösen. Ein Maculaödem kann sich in der Hornhaut bilden. Dies führt zu einer stark verschlechterten Sehschärfe und in Extremfällen auch zur Erblindung.