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05.09.2006

Weitblick in der Therapie

Neue Therapien in der Augenheilkunde präsentierte das Ahauser Augenärzteteam vor rund 60 Augenärzten aus ganz Deutschland. (Quelle: Münsterland Zeitung (Ahaus) vom 05.09.2006)

Dr. Lee Chumbley, Internist und Augenarzt, erläuterte zunächst die Wirkungsweise der neuen Medikamente Macugen, Lucentis und Avastin als Mittel neuer Behandlungskonzepte bei der altersbedingten feuchten Macula Degeneration. Dr. Olaf Cartsburg: "Auch wenn wir - und auch sonst weltweit - erst Erfahrungen über wenige Monate haben", so Dr. Cartsburg, "haben wir in den vergangenen zehn Jahren mit keinem anderen Verfahren so gute Erfolge in einer solch kurzen Zeit beim Aufhalten einer Sehverschlechterung erzielen können, wie mit diesen neuen Substanzen". Diese Therapiekonzepte müssen vom Patienten noch selber bezahlt werden.

Prof. Dr. Walter Konen, Gastredner von der Universitätsaugenklinik Köln, sprach im Rahmen der zeitgemäßen Therapie des Grünen Stars den Ahauser Augenärzten aus dem Herzen, indem er resümierte, dass der Grüne Star in Deutschland immer noch zu spät operiert würde. "Es gibt zwar gute Medikamente gegen den erhöhten Augeninnendruck. Bei Fortschreiten der Erkrankung hilft letztendlich nur die Operation", so Prof. Konen.

Prof. Dr. Christoph Althaus, vor seinem Wechsel nach Ahaus im Frühjahr 2006 langjähriger stellvertretender Leiter der Universitätsaugenklinik Düsseldorf, stellte die in Ahaus angebotenen neuen Operationstechniken im Rahmen der Hornhautverpflanzung vor, bei denen nur noch ein Scheibchen der Hornhaut und nicht mehr die gesamte Hornhautdicke transplantiert werden muss.

Erkrankung aufhalten

In der Behandlung des Keratoconus, einer kegelförmigen Vorwölbung der Hornhaut gibt es ein neues Verfahren, bei dem die Hornhaut mit Vitamin B und einer UV-Bestrahlung gefestigt wird, so dass die Erkrankung aufgehalten werden kann. Die von fern und nah angereisten Augenärzte zeigten sich von den von Dr. Stefanie Schmickler in Ahaus zusammengestellten Ergebnissen beeindruckt, da ihre Patienten damit die Chance haben, länger mit ihrer Brille oder ihren Kontaktlinsen zurechtzukommen.

Schließlich ging es um das Erkennen von Erkrankungen des Sehnerven und der Sehbahn. Dr. Birgit Förster, die sich an der Universitätsaugenklinik Basel in diesem Zusammenhang mit der sogenannten Elektrophysiologie einen Namen gemacht hat, zeigte interessante Befunde aus der Ahauser Sprechstunde. "Es freut mich, Ihnen sagen zu dürfen", so Dr. Förster, "dass Ahaus eines der wenigen privaten Zentren in Deutschland ist, das die Elektrophysiologie anbietet."

Quelle: Münsterland Zeitung (Ahaus) vom 05.09.2006