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13.04.2017

Neue Therapiemöglichkeiten beim Grünen Star (Glaukom)

Fünf Millionen Deutsche leiden unter erhöhtem Augeninnendruck und leben dadurch mit einem Glaukomrisiko. Bei rund 800.000 von ihnen wurde bereits der Grüne Star (Glaukom) diagnostiziert.*
Durch einen erhöhten Augeninnendruck wird beim Glaukom der Sehnerv geschädigt und ohne Behandlung kann die Krankheit zur Erblindung führen. Um den hohen Druck im Auge zu senken, benötigen Patienten täglich Augentropfen, teils mehrfach. Doch nicht immer reicht diese Behandlung aus oder es kommt zu Unverträglichkeiten. Als weitere therapeutische Maßnahme stehen den betroffenen Patienten eine Vielzahl an Glaukomoperationen zur Verfügung. Nun gibt es eine neue operative Behandlungsmöglichkeit: Mithilfe eines Mikro-Implantats - iStent inject - kann der Augendruck bei vielen Patienten effektiv gesenkt werden.

Unsere Fachärztin für Augenheilkunde, Dr. Eva Reinthal, ist spezialisiert auf Glaukomdiagnostik, -therapie und -operationen. Seit Januar 2017 ist sie zertifiziert, auch das iStent inject Verfahren durchzuführen.
Dieser minimal-invasive Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung mit einer hauchdünnen Kanüle und ist für den Patienten völlig schmerzfrei. Die Implantate selbst sind mit 0,36mm extrem klein und mit bloßem Auge kaum erkennbar. Die Behandlung ist besonders schonend, sehr effektiv und das Gewebe bleibt unverletzt.

Was ist der Grüne Star?
Beim Grünen Star (Glaukom) führt ein erhöhter Augeninnendruck oder auch eine Durchblutungsstörung zu einer fortschreitenden Schädigung des Sehnervenkopfes. Ein erhöhter Augeninnendruck entsteht in der Regel durch einen gestörten Abfluss des Kammerwassers im Auge. Er ist jedoch erst dann als krankhaft anzusehen, wenn der erhöhte Druck eine Schädigung des Sehnerven hervorruft.
Die langsam fortschreitende, oft völlig „schmerzfreie Erblindung“ durch ein Glaukom wird vom Betroffenen zu Anfang häufig nicht bemerkt. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung äußert sich die Sehnervenschädigung durch Gesichtsfeldausfälle.?Je früher die Diagnose gestellt wird und die Therapie beginnt, desto mehr Nervenfasern können gerettet werden - bestenfalls, bevor eine bleibende Schädigung eingetreten ist. Denn ist durch ein Glaukom bereits eine Schädigung des Sehnerven oder eine Einbuße am Gesichtsfeld eingetreten, so ist dieser Schaden nicht mehr rückgängig zu machen. Eine Behandlung kann nur bewahren, was zu Behandlungsbeginn an Sehvermögen noch vorhanden ist.

Wie kann ich den Grünen Star behandeln?
Wird die Diagnose eines therapiebedürftigen Glaukoms gestellt, beginnt man mit der Anwendung von Augentropfen. Manchmal ist es notwendig, nicht nur eine Sorte von Augentropfen, sondern Wirkstoffkombinationen oder mehrere Sorten zu verordnen. Einzelnen Präparaten wird neben dem drucksenkenden Effekt eine durchblutungsfördernde Eigenschaft zugeschrieben. In den meisten Fällen handelt es um eine lebenslange Behandlung.
Bei unzureichender Drucksenkung trotz Tropftherapie, bei Unverträglichkeit und unzuverlässiger Tropfenapplikation muss über eine weitergehende, eventuell auch operative Behandlung diskutiert wer- den, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.

Glaukombehandlung mit iStent inject
Damit das Kammerwasser abfließen kann und dadurch auch der Augeninnendruck sinkt, gibt es nun eine neue Therapie: iStent inject. Während eines kurzen Eingriffs werden zwei Mikroimplantate in das verengte oder verstopfte Abflussgewebe des Auges implantiert um den Abfluss des Kammerwassers zu verbessern.
"Es erblinden in Deutschland jährlich immer noch rund 1.000 Menschen aufgrund eines Glaukoms." erklärt Dr. Eva Reinthal, Augenärztin im Augen-Zentrum-Nordwest in Ahaus und Leiterin der Augenpraxis Münster. "Mithilfe eines Injektors können wir die winzig kleinen Stents aus Titan schmerzfrei im Auge implantieren und somit ein Fortschreiten der tückischen Augenkrankheit verhindern."

 

Weitere Details finden Sie unter http://www.istent.de

*Quelle: www.glaukom.de?

Fotos: Augen-Zentrum-Nordwest, Glaukos Germany GmbH