Überschrift

22.11.2016

Nachtblindheit

Sehen Sie Nachts deutlich schlechter als Tagsüber? Eventuell auch nur auf einem Auge? Haben Sie große Probleme bei der Dunkeladaption? Dann könnten Sie unter Nachtblindheit leiden und sollten umgehend Ihren Augenarzt aufsuchen.
Vor allem in den Wintermonaten ist Nachtblindheit (auch Hemeralopie oder Nyktalopie genannt) eine große Einschränkung im Alltag. Die deutlich beeinträchtigte Sehleistung in der Dämmerung und Dunkelheit wird besonders im Straßenverkehr schnell gefährlich.

Während sich das Auge normalerweise an die schlechteren Lichtverhältnisse anpasst, bleibt dies bei Nachtblindheit aus. Grund dafür sind die für das Hell-Dunkel-Sehen verantwortlichen Sinneszellen auf der Netzhaut – die Stäbchen. Sie funktionieren bei Nachtblindheit nicht mehr. Die Folge: Das Auge kann sich nicht mehr an die neuen Lichtverhältnisse anpassen.
Menschen, die unter Nachtblindheit leiden, werden von entgegenkommenden Scheinwerfern stark geblendet, sie sehen weniger scharf und selbst einfache Lichtquellen erscheinen wie große Lichtkreise.

Häufig interpretiert ein Patient den Grauen Star (Katarakt) als Nachtblindheit, da die Symptome ähnlich sind. Beim Grauen Star sind diese Einschränkungen der Sicht allerdings auch bei hellen Lichtverhältnissen wahrnehmbar.
Oft ist die Ursache für Nachtblindheit auch eine altersbedingte Sehschwäche, die umgangssprachlich als Nachtblindheit bezeichnet wird und bei der bereits eine neue Brille helfen kann.
Die ‚echte‘ Nachtblindheit ist wiederum eine ernstzunehmende Erkrankung, die angeboren oder erworben sein kann. Zum Beispiel Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes Mellitus erhöhen das Risiko für Nachtblindheit. Sie verursachen Schäden an der Netzhaut und auch den Sinneszellen der Netzhaut, den Zapfen und Stäbchen.
In den Medien wird Vitamin A Mangel oft als Ursache für Nachtblindheit erwähnt. Dieser kommt jedoch bei unseren hiesigen Lebensumständen so gut wie nie vor. Weitaus gefährlicher ist die sogenannte Retinopathia pigmentosa. Sie ist eine angeborene Krankheit, die bereits im jungen Kindesalter zu Fehlsichtigkeiten und Gesichtsfeldeinschränkungen führt. Durch die Zerstörung der Sinneszellen der Netzhaut führt die Krankheit auch unweigerlich zur Nachtblindheit.

Wer in der Dunkelheit wenig bis gar nichts erkennt, sollte umgehend einen Augenarzt konsultieren. Nur die Facharztpraxis kann mit den entsprechenden Geräten eine solide Diagnose stellen.