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28.04.2017

'Hand aufs Herz' im Augen-Zentrum-Nordwest

Aktion des Kreis Borken führt Nachwuchsmediziner nach Ahaus

Zweimal im Jahr bekommen jeweils fünf Medizinstudenten durch die Kampagne 'Hand aufs Herz' die Möglichkeit im Alltag der hiesigen Hausärzte und Krankenhäuser aktiv mitzuwirken. Bereits seit vier Jahren arbeiten die Ärzte im Westmünsterland hierbei gemeinsam mit dem Kreis Borken Hand in Hand um den medizinischen Nachwuchs zu fördern und damit die Versorgung in den ländlichen Regionen zu sichern. Auch das Augen-Zentrum-Nordwest mit Hauptsitz in Ahaus hat sich eine medizinische Standortsicherung seit Jahren zum Ziel gesetzt und wirkt in der Region aktiv gegen das Praxis-Sterben.

Für Dr. Stefanie Schmickler, geschäftsführende Augenärztin des Augen-Zentrum-Nordwest, ist eine Teilnahme an der Kampagne daher selbstverständlich. „Wir setzen uns bereits seit Jahr und Tag für eine flächendeckende medizinische Versorgung und Standortsicherung in den ländlichen Regionen ein. Um das zu gewährleisten, muss man bereits beim Nachwuchs beginnen und den zukünftigen Ärzten die hohe Lebensqualität unserer Region vermitteln.“, resümiert Dr. Schmickler. "Wenn die Studenten dann in einige Jahren ihr Examen in den Händen halten und Ihre Karriere planen, sollen sie sich daran erinnern, wie schön es hier ist."
Diese Sichtweise spiegelt das Ziel der Kampagne ideal wider. Es gilt, den Studenten die optimalen Bedingungen unseres Kreises näher zu bringen. Dazu gehören eine maßgeschneiderte Weiterbildung für den stationären und ambulanten Teil der Ausbildung sowie die hervorragenden Perspektiven für die weitere berufliche Karriere. Aktuell beteiligen sich an dem Projekt fünf Krankenhäuser mit sieben Standorten sowie 19 Praxen mit insgesamt 28 praktizierenden Ärzten.

Den Erfolg dieser Bemühungen bestätigt die 22-jährige Studentin Kathrin Sprenger. Sie hat im Rahmen der Kampagne ‚Hand aufs Herz‘ über das St. Marien-Krankenhaus einen OP-Tag im angegliederten Augen-Zentrum-Nordwest verbracht. „Es war für mich sehr spannend und vor allem lehrreich, einen Tag lang im Operationssaal dabei zu sein. Frau Dr. Schmickler hat mir gezeigt, wie vielfältig das Spektrum ist. Innerhalb eines Tages konnte ich Operationen des Grauen Star mit einem Femto-Laser sehen, den Einsatz von torischen Linsen und Multifokallinsen beobachten und beim Implantieren eines Istents bei Glaukom-Patienten zuschauen.“ bilanziert die zukünftige Ärztin von der Uni Münster. "Als Clou saß ich am Ende des Tages selbst am OP-Mikroskop. Zur Übung habe ich Krümel aus einem Mehrkornbrot herausgegriffen. Und ich muss zugeben, dass es sehr viel einfacher aussieht als es ist."
Das Projekt 'Hand aufs Herz' findet jeweils während der vorlesungsfreien Zeit im Rahmen der medizinischen Famulaturen statt. Um die Studenten auf diese Möglichkeiten aufmerksam zu machen, liegen in den Fachschaften der Universitäten Flyer aus. Auf diesem Weg kommen Studenten von den Unis Münster, Duisburg-Essen oder auch Bochum ins Westmünsterland.

Das Rahmenprogramm der Studenten umfasst beispielsweise einen Naht- und Knotenkurs, ein EKG-Seminar oder auch eine Hospiz-Begehung. „Uns ist es wichtig, den Studierenden die ausgezeichneten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Kreis Borken zu zeigen. Daher stellen wir für den Zeitraum der Famulatur eine Unterkunft und ein Auto zur Verfügung, das fördert den Austausch und gemeinsame Aktivitäten im Kreisgebiet.“ erklärt Regina Kasteleiner, Ansprechpartnerin für die Studierenden im Fachbereich Gesundheit. Im September heißt es dann für die nächsten fünf Medizinstudenten 'Hand aufs Herz'.

Foto: Studentin Kathrin Sprenger, Uni Münster, beim Blick durch das OP-Mikroskop mit Dr. Stefanie Schmickler vom Augen-Zentrum-Nordwest