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Ursula Hahn, Geschäftsführerin von Ocunet, dem Qualitätsverbund in der Augenchirurgie, hier im Gespräch mit Prof. Dr. Christoph Althaus, Gesellschafter der Augenärzte Gemeinschaftspraxis in Ahaus, im Rahmen der Tagung in der Tobit AG

Begeistert von den Vorträgen: Die Augenärzte im Tobit Kino

Dr. Bull mit dem Führungsdraht, der im Rahmen der Kanaloplastie im Auge eingeführt wird

Dr. Rosenzweig, ein IT-Mitarbeiter von Tobit und Prof. Schiefer beim Checken der Technik.

Die Themen führten im Anschluß zu einer angeregten Diskussion im Virtual Aero.

25.02.2007

Fortbildung "Auge, Glaukom und Verkehr" im Tobit voller Erfolg

Rund 50 Augenärzte bildeten sich fort.

 

Am 24.2.2007 fand auf Einladung der Augenärzte Gemeinschaftspraxis Ahaus-Gronau und der Augenklinik Ahaus eine Fortbildungsveranstaltung der ganz besonderen Art statt: Zum Thema „Augen, Glaukom und Verkehr“ ließen sich rund 50 Augenärzte von namhaften Referenten „fortbilden“. Dr. Olaf Cartsburg aus Ahaus führte durch die Veranstaltung, bei der  es im ersten Teil der Veranstaltung um eine wirksame Behandlung des grünen Stars mit Augenmedikamenten ging, um Gesichtsfeldausfälle, die weiter in einer Erblindung münden können, zu verhindern. Leider ist in der Bevölkerung immer noch zu wenig bekannt, daß eine rechtzeitige Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt einen Grünen Star erkennen lässt und somit eine Erblindung verhindert werden kann. Magdalene Josenhans-Ott aus Karlsruhe ging in ihrem Vortrag weiter auch auf die Wirksamkeit in Verbindung mit der  Wirtschaftlichkeit bei der Verordnung von Augentropfen ein, was für alle Ärzte in der heutigen Zeit unter dem Druck des Gesundheitssystems ein sehr wichtiger Aspekt ist.

Wenn die Behandlung mit Augentropfen beim Grünen Star nicht mehr ausreicht, bleibt als Ausweg die Operation. Dr. Holger Bull aus Groß Pankow, einer der sieben Kliniken Deutschlands im Ocunet Verbund, berichtete über ein neues Operationsverfahren, die Kanaloplastie. Hierbei wird der Schlemmsche Kanal, der Abflusskanal des Kammerwassers im Auge, mit Hilfe eines Fadens, der über einen Führungsdraht eingeführt wird, geschient. Die hervorragenden Operationsfilme zu dieser Methode auf der Riesenleinwand im Kino der Tobit AG beeindruckten die Zuhörer sehr.

Daß Gesichtsfeldausfälle die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, erscheint logisch. Prof. Schiefer von der Augenklinik Tübingen und Mitglied der Verkehrskommission der Deutschen Augenärzte Gesellschaft (DOG) begeisterte wieder einmal mit seiner hervorragenden Didaktik und interessanten Animationen zu dieser heißen Thematik im Augenärzte-Alltag. Er „schärfte“ den Augenärzten den Blick und auch das Verständnis, wann bei welchen Gesichtsfeldausfällen ein Führerschein noch auszustellen ist und wann nicht.

Dr. Rosenzweig, Geschäftsführer vom „Turm der Sinne“ in Nürnberg und bekannt durch diverse Fernsehsendungen erläuterte das Prinzip, das hinter optischen Täuschungen steht. Er unterschied zwischen optischen Täuschungen, die bereits im Auge und denen, die weiter im Gehirn entstehen.  Unser Gehirn vollbringt ständige gewaltige Leistungen, um die eintreffenden Sinnes-Daten sinnvoll auszuweiten – und das, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. In der Regel kommen wir im Alltagsleben mit dem Abbild der Welt, das unser Gehirn „abliefert“, hervorragend zurecht. Allerdings können wir jedoch nicht allein durch unser Erleben zu einer „verlässlichen Erkenntnis“ gelangen, so überzeugend das Erlebte auch ist oder war. Fakt ist, daß eine der bedeutendsten Erfahrungen im Leben eines Menschen ist, daß wir uns täuschen können. 

Eine Kombination dieser Themen hat es in Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen in der Augenheilkunde in Deutschland bisher noch nicht gegeben – darüber waren sich alle Teilnehmer einig. Letztendlich trugen auch die Räumlichkeiten der Tobit AG mit der perfekten Organisation durch das Tobit Team unter Leitung von Frau Maria Engels zum Gelingen der Veranstaltung bei, wofür sich die Ahauser Augenärzte Gemeinschaftspraxis mit der Augenklinik Ahaus auch an dieser Stelle bedanken möchten.

Dr. Stefanie Schmickler, Ahaus