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10.03.2016

Das Schielen ernstnehmen

Ganz schön fremd diese neue Welt. Alles ist so hell und unscharf. Bis das Neugeborene richtig sehen kann, muss einige Zeit vergehen. In den ersten Monaten entwickelt sich erst das räumliche Sehen bei Babys. Neugierig und zufrieden wendet sich das Kleine bis dahin gerne dem Licht zu und greift später auch schon mal nach den ganzen interessanten Objekten, die um es herum liegen. Doch in einigen Fällen gehen die Augen ihren eigenen Weg – das Baby schielt. Hier können wir aber Entwarnung geben. In der ersten Zeit der Sehentwicklung kann es zum sogenannten „Babyschielen“ kommen. Die Augen sind noch im Training und wissen nicht gleich direkt, d.h. in den ersten sechs Monatenn wo es lang geht. Gerade der erste Augenaufschlag nach dem Mittagsschlaf kann da schon mal missglücken.

Vorsorge statt Nachsorge

Eltern sollten dennoch den „Silberblick“ des Kindes sorgfältig beobachten. Nach rund sechs Monaten pendelt sich die Stellung der Augen in der Regel ein. Fallen die Augen immer noch aus der Sichtachse, ist ein Augenarztbesuch empfehlenswert. Oftmals übersehen Eltern die Fehlstellung oder glauben, dass das Schielen im Kleinkindalter dazugehört und von selbst wieder verschwindet. Dies hat jedoch zur Folge, dass die Sehkraft betroffener Kinder stark eingeschränkt sein kann und das räumliche Sehen nicht ordnungsgemäß entwickelt wird. Eltern sollten deshalb eine frühzeitige Untersuchung nicht unterschätzen, rät Dr. Monika Fröhlich vom Augen-Zentrum-Nordwest. Sie empfiehlt eine augenärztliche Untersuchung bereits ab 2 Jahren, bei Auffälligkeiten bereits ab 7 Monaten. Denn die frühestmöglichen Behandlungen bieten die besten Aussichten auf einen optimalen Heilungsprozess.

Wann sollte man den Augenarzt aufsuchen?

Typische Abzeichen für Strabismus:
-    Lichtempfindlichkeit
-    Zukneifen der Augen
-    Tränende Augen
-    Lidrandentzündungen
-    Eine schiefe Kopfhaltung
-    Ungeschickte Bewegungen

Behandlungsmethoden

Die Basis der Behandlung von Strabismus:
1.    Korrektur des Brechungsfehlers mit Hilfe von Brillengläsern, da hier das einseitige Schielen oft durch Fehlsichtigkeit verursacht wird.
2.    Abdecken des gesunden und stärkeren Auges, um das Schwächere zu trainieren ist eine weitere Maßnahme zur Behandlung.
3.    Führen beide Methoden nicht zu einer Besserung, sollte eine operative Korrektur vorgenommen werden. Bei frühzeitiger Erkennung und Behandlung der Fehlstellung allerdings, kann eine Operation ausgeschlossen werden.

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