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02.07.2015

App auf Rezept gewinnt dfg Award 2015

Spielerische Behandlungsform für Kinder seit April 2014 auch beim Augen-Zentrum-Nordwest im Einsatz

Für eine innovative telemedizinische Therapieform zur Behandlung einer Sehschwäche bei Kindern hat die OcuNet Gruppe gemeinsam mit der BARMER GEK und Caterna den dfg Branchenpreis gewonnen. Den als „Oscar im Gesundheitswesen“ bekannten Preis durfte die Ahauser Augenärztin Dr. Stefanie Schmickler gemeinsam mit weiteren Vertretern stellvertretend für die Ocunet Gruppe entgegennehmen.

Der Dienst für Gesundheitspolitik (dfg) vergibt den Branchenpreis jedes Jahr in verschiedenen Kategorien. Eine hochkarätige Jury hatte die OcuNet Gruppe mit der BARMER GEK und dem Unternehmen Caterna für die sogenannte „App auf Rezept“ in der Kategorie „Herausragende Innovationen im Gesundheitswesen“ vorgeschlagen. Mit dem Sieg konnte sich die Gruppe gegen eine starke Konkurrenz durchsetzen.

Die preisgekrönte „App auf Rezept“ ist in Deutschland die erste und bislang einzige digitale Therapieform, die von einer Krankenkasse finanziert wird. Sie hilft Kindern, die unter einer funktionalen Sehschwäche leiden und nicht auf die First-line Okklusions-Therapie ansprechen. Über die App greifen die kleinen Patienten am PC oder Tablet auf speziell entwickelte Computerspiele zu, um das schwächere Auge spielerisch und mit Spaß zu trainieren. „Mit der webbasierten Stimulationstherapie wird eine Verzahnung aus ärztlicher Leistung und Telemedizin erprobt; eine solche Kooperation halten wir für den Erfolg von telemedizinischen Anwendungen für essentiell“, betont Dr. Stefanie Schmickler. Die Anwendung basiert auf einem an der TU Dresden entwickelten Verfahren, das vom Berliner Start-up Unternehmen Caterna zum kindgerechten und alltagstauglichen Therapiebaustein entwickelt wurde. 

„App auf Rezept“ im Augen-Zentrum-Nordwest im Einsatz

Bereits seit April 2014 können die Ärzte des Augen-Zentrum-Nordwest die App auf Rezept verordnen und die bewährten Behandlungsmethoden so optimal bei Kindern ergänzen. „Leiden Kinder unter einer funktionellen Sehschwäche, der sogenannten Amblyopie, wird das bessere Auge abgeklebt, um so das schwächere Auge zu trainieren. Oft leiden Kinder aber erst einmal darunter“, betont Dr. Stefanie Schmickler. Die App könne deshalb ein zusätzlicher Anreiz für die Kinder sein, das Pflaster zu tragen und so helfen den gewünschten Erfolg zu bringen, so die Augenärztin. Die neue telemedizinische Versorgungsform ersetze zudem nicht die persönliche medizinische Betreuung des Arztes, sondern unterstütze diese aktiv. Dazu gehöre auch, dass der Arzt die protokollierten Nutzungsdaten der „App auf Rezept“ einsehen kann.

Über OcuNet 

Die OcuNet Gruppe ist ein Zusammenschluss von 19 augenchirurgischen Zentren mit 274 Standorten und 491 unabhängigen Praxen. 270.203 oder 15% aller augenchirurgischen Leistungen werden in einem der Zentren erbracht. Die unabhängigen Praxen sowie die Zentren bieten nicht-chirurgische augenmedizinische Versorgung: Zusammen kommen sie auch hier auf einen Versorgungsanteil von rund 15% der Patienten. Per 31.12.2013 arbeiteten rund 10% aller Weiterbildungsassistenten in der Ophthalmologie (konkret 116 Ärzte) in einem der 19 Zentren. 

Bildnachweis: Frische Fotografie / Jan-Rasmus Lippels